Daily Thompson - Daily Thompson - Cover
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Daily Thompson Daily Thompson


  • Label: 141records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Wüste lebt: Drei Dortmunder entführen auf einen tonnenschweren Lo-Fi-Trip.

Daily Thompson, das sind Danny Zaremba (Gesang, Gitarre), Mercedes Lalakakis (Bass, Gesang) und Daniel Simon (Schlagzeug), wurden 2012 in Dortmund gegründet und locken mit einem Sound, der oberflächlich gesehen kaum etwas mit der eigentlich ziemlich grünen Revierstadt zu tun haben will. Stattdessen scheinen sie ihr persönliches „Sky Valley“ entdeckt zu haben und machen daraus auch kein Geheimnis. Das ist gut, denn die Stadt selbst braucht Genrehelden aller Art und mit Daily Thompson scheint nach langer Zeit mal wieder ein echter Jackpot geknackt, der sich zur Abwechslung auch vor einer internationalen Hörerschaft keinesfalls zu verstecken braucht. Mit Klängen so zähflüssig wie Lava und schnaubend wie eine Dampfwalze kommen Danny, Mercedes und Daniel um die Ecke und nehmen den Hörer mit auf ihrem faszinierenden Roadtrip.

Mit „Blackwood“ eröffnet das Trio ihr Debüt und gibt direkt die Marschrichtung an. Ein furztrockener Lo-Fi-Sound wird dem Hörer um die Ohren geblasen, bluesige Elemente treffen hier auf superfuzzigen Desert Rock und die kleine Prise Grunge, bevor Daily Thompson mit dem folgenden „Be Gone“ tief in die Trickkiste des gekonnten Groovens greifen und auf ihrer Reise durchs Fledermausland fast (aber auch nur fast) tanzbare Töne von sich geben. Diesen sehr großen, erhabenen und druckvollen Sound bewahren sie sich. So geizt das melancholische „Attract Me“ nicht mit fernwehkranken Gitarrensoli der Marke Dinosaur Jr., während „Moonrising“, „Dare“ und „Through The Clouds“ allesamt von ihrer eigenen Schwere erdrückt worden sind und als Wiedergänger faszinierend schwül und unwirklich erscheinen. Eine Auflockerungen in Form des flotteren Album-Mittelteils („Lifetime“, „I Don't Mind“ und „Mothman“) wirkt hier tatsächlich wie eine solche, wenn Daily Thompson uns auf das große Finale vorbereiten wollen. Das bereits erwähnte „Through The Clouds“ ist dabei tatsächlich das Glanzstück auf ihrem Debütalbum und bietet die Qualitäten der jungen Band in einem Konzentrat. Das ist fast schon beängstigend professionell, was die zwei Jungs und das Mädel am Bass hier vorlegen.

Das sollte genügen, um sich als vollwertiges Mitglied in der Genrefamilie zu etablieren und wenn es gerecht zugeht, dann kriegen die Dortmunder auch den Ruhm, den sie verdienen. Wenn es um Stoner-Rock geht, sind die Daily Thompsons nämlich überraschend weit vorne dabei. Klar, auch wenn der fuzzige Sound immer wieder aufs Neue super funktioniert und diese ganz eigene Magie ausstrahlt, kann das Trio das Rad nicht neu erfinden. Aber in dem, was sie machen, sind sie allen Liebhabern des Genres/der Genres nur wärmstens zu empfehlen. Das macht ihr Debüt zu einem Werk, welches mit Sicherheit noch ein Quäntchen mehr Eigenständigkeit gebrauchen könnte, aber nicht nur Lust auf mehr macht, sondern auch hinsichtlich des spielerischen Talents der drei Musiker definitive Steigerungen in der Zukunft versprechen kann. Wer Bands wie Kyuss oder Mondo Generator mag, wird mit Daily Thompson einen Newcomer bekommen, den es zu entdecken lohnt.

Anspieltipps:

  • Be Gone
  • Attract Me
  • Moonrising
  • Through The Clouds

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