Lincoln Durham - Exodus Of The Deemed Unrighteous - Cover
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Lincoln Durham Exodus Of The Deemed Unrighteous


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Roots-Rock in reduzierter Form. Wer hierbei an die White Stripes und Black Keys denkt, liegt nicht falsch.

Nachschub für Leute, die an dem erdigen, reduzierten Sound der White Stripes oder Black Keys Gefallen gefunden haben. Sie erwartet hier mit Lincoln Durham ein beherzter Sänger mit von Lebenserfahrung gegerbter Stimme, der nur von dem heftig Radau machenden Drummer Rick Richards begleitet wird. Lincoln Durham brilliert dabei primär an ergänzenden, schneidenden Slide- und Bottleneck-Gitarren. Fertig ist der von einem dreckigen Blues-Gerüst geprägte Roots-Sound, bei dem das spontane Element im Vordergrund steht. Wenn auch nicht alle Kompositionen isoliert betrachtet sofort überzeugen, weil sie eben teilweise recht sperrig sind, so beeindruckt doch das Gesamtbild. Dabei stehen Inbrunst, eine ungekünstelte Umsetzung und die unmittelbar ausgelebten Emotionen im Vordergrund. Die Lieder hören sich an, als wären sie soeben spontan entstanden und man würde grade den Augenblick der Inspiration miterleben. Gefühlsecht, radikal und unverstellt.

Der Texaner Lincoln Durham hat eine angenehm raue Stimme, die er druckvoll einsetzt und die wie geschaffen dafür ist, Musik mit Wurzeln in Country, Folk und Blues überzeugend und glaubhaft zu begleiten. Er steht damit in der Tradition solcher Musiker wie Steve Earle, Bo Ramsey, Chris Whitley, James McMurtry, John Hiatt oder Ryan Bingham.

Der Opener „Ballad Of A Prodigal Son” vermittelt das Flair von Chain-Gang-Gesängen. Stimmen und ein Schlagzeug im Arbeitstakt werden gegen Ende des Stückes von einer zerrenden Slide-Gitarre aufgelöst und der weitere Verlauf wird dadurch angedeutet. Rick Richards treibt die meisten Songs mit rumpelndem, teilweise stoischem Getrommel vor sich her. Lincoln Durham reichert sie dann häufig mit herzhaften oder dröhnenden Gitarren-Akkorden an. Die Lieder wirken dadurch schweißtreibend, staubig und stumpf rockend.

Eine Verschnaufpause von diesem Konzept bietet „Stupid Man“. Hier dient die akustisch gepickte Gitarre als Taktgeber. Bei „Exodus Waltz“ ist dies ein Banjo. Mit „Keep On Allie“ und „Mama“ gibt es dann noch im nölig-grummelnden Steve Earle-Stil vorgetragene Balladen. Im Hintergrund sorgt ein mit Hall untersetztes Piano für zusätzliche Konturen.

Mr. Durham legt Roots-Rock hemdsärmelig, roh und schwerblütig aus. Akustische Passagen werden dabei ungeschliffen mit einbezogen. Er schält die Songs bis auf ihren Kern und bringt seine Persönlichkeit wuchtig ein. „Exodus Of The Deemed Unrighteous” muss man etwas reifen lassen, damit sich die eindringliche Wirkung voll entfalten kann. Aber es lohnt sich für Hörer mit einem Rock`n`Roll-Herzen, diese Geduld aufzubringen.

Anspieltipps:

  • Annie Departee
  • Stupid Man
  • Keep On Allie
  • Sinner

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