Robyn - Do It Again EP - Cover
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Robyn Do It Again EP


  • Label: Embassy Of Music/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein langatmiger Versuch, sich weiterzuentwickeln, der nur begrenzt gelingt.

Es ist keine große Überraschung, dass Röyksopp und Robyn zusammen arbeiten. Norwegens sicherlich größter Musikexport nach a-ha hatte in der Vergangenheit bereits für einzelne Songs mit Robyn gemeinsame Sache gemacht. Beide sind bekannte Größen, die um die Jahrtausendwende erstmals auf sich aufmerksam machten und seitdem das eine oder andere Album veröffentlicht haben. Um beide ist es nach 2010 aber an der Front der Veröffentlichungen eher still geworden. Sowohl Robyn als auch Röyksopp brachten seinerzeit ihr letztes Album heraus, die Schwedin erhielt damals mit der „Body Talk“-Reihe viel Aufmerksamkeit.

Fraglos sind beide Acts dafür bekannt, die Clubs zu bespielen. Röyksopp bedient sich dabei vornehmlich des Chillout-Genres, Robyn ist eher Teil der Synth-Pop-Fraktion mit Disco-Anleihen. Der Beweis, dass sich beides gut ergänzt, bleibt auf der „Do It Again“-EP eher aus. „Monument“ ist zwar Röyksopp-like sphärisch, klingt aber weniger nach den Norwegern selbst als nach Robyn-Zuschnitt. Andererseits ist der eher düstere, durchgehend brodelnde Track kein typischer Robyn-Song. Das achtminütige Einleitungsstück mit der großzügigen Bassline ist vielmehr Zeichen dafür, dass sie gemeinsam versuchen, Neues zu schaffen.

Zu einem gewissen Grad gelingt das auch. Selten war Robyn so abseits der Pfade des Pop, selten waren Röyksopp so düster und Beat-getrieben. Dass dabei zwar gutes, aber nicht unbedingt neues Material rauskommt, zeigen die Tracks „Sayit“ und „Do It Again“. Ersterer klingt nicht nur wegen der Roboterstimme, die Robyn Wörter vorspricht, wie „Kontact Me“ von Boys Noize. Auch der körnige, pochende Bass und die kaskadenartigen Synthies erinnern stark an den Techno des Berliners. Das Titelstück „Do It Again“ ist ein absoluter Clubtrack, der Robyns Stimme erstmals mehr Platz zur Entfaltung bietet und daraus den Großteil seines Reizes zieht. Prädikat: Ohrwurm. Trotz des Spaßes, den der Track macht: Songstruktur und die verwendeten Filtereffekte tönen Clubbern auch ohne diesen musikalischen Beitrag aus den Floors entgegen.

Auch mit „Every Little Thing“ reißt sich das kooperierende Trio für Kreativität kein Bein aus. Dafür entsteht ein recht solider Popsong. „Inside The Idle Hour Club“ steht als purer Ambient-Track im Kontrast dazu, knüpft aber an die Ausläufer von „Monument“ an. Interessanterweise gelingt es Röyksopp nicht nur hier, die Tracks zu ausufernden Spielzeiten zu füllen. Auf Überraschungen oder kreative Ausbrüche wartet der Hörer in der Zeit aber leider vergebens und so wirken sie eher wie unnötig langgezogene Outros.

Die Stücke auf der „Do It Again“-EP sind durchaus solide, für sich betrachtet aber kaum besonders. Im Vergleich zu sonstigen Outputs im Genre ist die EP jedoch relativ abwechslungsreich, wenn auch definitiv zu langatmig. Zumindest aber scheinen die Grundlagen für mehr Experimente gelegt zu sein.

Anspieltipps:

  • Do It Again
  • Every Little Thing
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