Leon & The Folks - Carry on - Cover
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Leon & The Folks Carry on


  • Label: Rodeostar/TONPOOL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwar begeistert Leon noch nicht auf ganzer Linie, doch seine Folks müssen nicht als Ausgleich für fehlendes Publikum herhalten.

Leon & The Folks wirken ein wenig hinten dran. Mit viel Akustikgitarre und schmachtend verlorenen E-Gitarren im Hintergrund, klingt hier ein gefühltes 90er-Jahre-Projekt an. Mit einer guten Spur Country und Folk, was man gemeinhin wohl Americana schimpfen würde, begeben sie sich auf eine gewollt coole und letztlich oft zurückhaltend wirkende Musikreise. Dieser Ansatz kann sich heute zwar klar von der Musik anderer Bands abgrenzen, doch ob man sich lange an diesen bereits verloren geglaubten Stil erinnern wird, steht auf einer ganz anderen Seite.

Wie cool kann eine Band klingen, ohne dass alles etwas saftlos klingt? Diese Frage ist früh entscheidend, wenn „Carry On“ nach einem ansonsten nicht ins Konzept passenden Loop mit abgeklärtem Americana loslegt. Der Gesang muss stets rau klingen, bei allen Rock-Elementen dürfen die Lieder jedoch nie ein bestimmtes Tempo überschreiten. Gerade der abwechslungsreiche Opener „Cash And Carry Less“ wirkt deswegen beizeiten gegenläufig, da er zum Bewegen einlädt, eine unsichtbare Hand auf der Schulter des Hörers allerdings Souveränität und Coolness mahnen zu scheint.

Wenn die Abwechslung des Openers nicht umgesetzt wird, ist man bei mittlerem Tempo in erster Linie auf Melodien angewiesen. Das erotisch angehauchte „Honky Tonk“ ist einer der packenden Vertreter, weil hier die Emotionen zünden. Dass diese Qualität allein zwischen gut und zum Vergessen steht, ist allerdings ein denkbarer dünner Grat. Viele der Tracks lassen nämlich erinnerungswürdige Momente missen, sodass Songs wie „Got No Feelings“ und „Ikarus“ stilistisch wunderbar zu Leon & The Folks passen, an Hörern aber einfach vorbeigehen werden.

„Carry On“ präsentiert sich dem eigenen Stil sicher, doch eben dieser Stil kann zu selten echte Begeisterung auslösen. Zu oft wirkt alles zu gleichgültig und lässt den überspringenden Funken nicht zünden. Warum man sich in diese Musik verlieben sollte, wird viel zu selten klar. Ein „Me And I“ und der ambitionierte Opener werden durch nicht haften wollendes Material immer wieder eingeschränkt. Der Band scheint neben dem klaren musikalischen Konzept der Inhalt zu fehlen. „Carry On“ vermittelt zu selten Stimmungen, die Hörern einladend die Hand reicht. Wie sie musizieren hat Potenzial für mehr, doch das Was dieser Musik wird verzweifelt gesucht.

Anspieltipps:

  • Me And I
  • There's Somebody
  • Cash And Carry Less

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