Incognito - Amplified Soul - Cover
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Incognito Amplified Soul


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 70 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Incognito stagnieren inzwischen auf einem gewissen Niveau.

Pralle 70 Minuten gönnen uns Incognito nach 35 Jahren Bandbestehen. Es soll eine Mordsgaudi sein, die auf 16 Lieder verteilt die Vielfältigkeit einer Band darstellt. Die Wahrheit ist im Falle von „Amplified Soul“ allerdings weitaus unspektakulärer. Wundern werden sich darüber allerdings auch nur jene, die lange Halbwertszeiten von Bands nie hinterfragen. Wer Incognito kennt, erinnert sich an ihre seit Jahren lediglich durchschnittlichen Outputs und ein grausames Remake-Album. Dieses Mal verträgt das Album die lange Spieldauer jedoch noch schlechter als zuvor und nach gut der Hälfte der Spielzeit werden Hörer vorwiegend von Ermüdungserscheinungen heimgesucht.

Weichgespülte Fahrstuhlmusik erwartet uns von Beginn an. Natürlich darf Musik entspannt klingen, doch auf „Amplified Soul“ klingt alles schnell eine ganze Ecke zu weich. Die Liebeslieder „I Couldn't Love You More“ und „Hands Up If You Wanna Be Loved“ sind schneller austauschbar, als es einem lieb sein könnte, und überhaupt lässt das Album einprägsame Momente vermissen. Klaviersoli und warme Bläser werden in einem solchen Übermaß und überproduziert zur Schau gestellt, dass alles schnell an einem vorüber geht. Man kann fast schon ein Spiel daraus machen, sich mit aller Macht an ein eben gehörtes Stück zu erinnern.

Die Kritik bezieht sich dabei in erster Linie auf Enttäuschung. Selbstverständlich lässt sich der Großteil dieser Musik auf einer gemütlichen Gartenparty hören und eine schöne Stimmung zwischen Funk und Soul erschaffen. Der Großteil dieser Musik wird allerdings einer solchen Party nach auch im Hintergrund bleiben. Man hat alles schon gehört und nur ganz selten wirken die Lieder nicht so überladen, dass sie zu beliebig austauschbaren Puzzlestücken werden. Selbst wenn ein „Day Or Night“ mit einer eigenen Marke beginnt, stellt sich im letzten Viertel wie so oft ein übertriebenes und letztlich gesichtsloses Einerlei ein, das niemanden aus dem Schatten lockt.

Incognito starten „Amplified Soul“ mitten im musikalischen Nichts und scheinen auch nirgends hingehen zu wollen. Sie drängen sich eine gute Stunde auf und springen immer wieder zwischen drei bis vier Ideen hin und her. Anstatt Verfeinerung zu erleben, hört man jedoch nur Wiederholung und Wiederverwertung. Wer dieses Album konzentriert hört, wünscht sich entweder ganz schnell die Großen des Genres in die heimische Soundanlage oder hat ebenso schnell wieder genug von dieser halbgaren Einladung zu einem Soul-Sommer.

Anspieltipps:

  • Day Or Night
  • Hands Up If You Wanna Be Loved
  • I See The Sun

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