Drake Bell - Ready Steady Go! - Cover
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Drake Bell Ready Steady Go!


  • Label: Surfdog/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock’n’Roll für das Nachmittagsradio, gibt leider nur punktuell Wildheit und Leidenschaft preis.

Drake Bell ist Sänger, Liederschreiber, Gitarrist und Schauspieler in einer Person. Er war der Star der TV-Serie „Drake & Josh“ und hat bereits einige Kids Choice Awards gewonnen. Schon im Alter von fünf Jahren agierte er vor der Kamera für einen Werbespot. Später spielte er in Filmen wie „Jerry Maguire“, „High Fidelity“, „Super Hero Movie“ und „Yours, Mine & Ours“ mit. Musik jedoch war Bells erste Liebe und nachdem er bei Dreharbeiten Roger Daltrey kennenlernte, erteilte ihm der Frontmann von The Who erste Gitarrenstunden.

Inzwischen ist Drake Bell beim bereits dritten Album angelangt, das den Titel „Ready Steady Go“ trägt und von Peter Collins (Rush, Bon Jovi, Suicidal Tendencies u.a.) produziert wurde. Als Co-Produzent tritt Brian Setzer (Stray Cats) in Erscheinung. Gleich zwei Setzer-Songs werden hier von Bell gecovert, zudem nimmt er sich Songs von Ray Davies, Billy Joel, Freddy Mercury (Queen) u.a. zur Brust, hat aber auch Eigenkompositionen im Programm. Somit geht Drake Bell jene Grenzlinie entlang, die Rock’n’Roll-Oldie-Show von authentisch aufspielenden Interpreten trennt.

Die Geschichte von „Ready Steady Go“ ist eigentlich schnell erzählt. An die leidenschaftlich-wilden, zeitgenössischen Vertreter des Genres wie beispielsweise JD McPherson, Kitty Daisy And Lewis, Sallie Ford & The Sound Outside oder The Hillbilly Moon Explosion reicht Drake Bell nicht heran, zu sehr trimmt er seine und die fremden Songs auf Radiotauglichkeit. Dass es der Amerikaner auch passionierter kann, zeigt er mit dem Brian Setzer-Schmachtfetzen „I Won’t Stand In Your Way“, wogegen die Single „Bitchcraft“ etwas zu steril und ohne Ecken und Kanten daherkommt. Der Erfolg damit scheint jedoch vorgezeichnet, Perez Hilton präsentiert den Song bereits in seinem Blog.

Auf der Habenseite lassen sich noch das Stray Cats-Cover „Runaway Boys“ und „Melina“ verbuchen, Billy Joel „It’s Still Rock And Roll To Me“ und Freddy Mercurys „Crazy Little Thing Called Love“ werden ohne Mehrwert oder besondere Eigenart interpretiert. Auch die Eigenkompositionen „Makes Me Happy“ oder jenes „Bitchcraft“ sind lediglich ganz nett, folglich ohne besondere Note, im Nachmittagsradio werden sie immerhin für ein wenig Abwechslung im Einerlei sorgen. Drake Bell wäre gut beraten, die Kollaboration mit Brian Setzer zu vertiefen und andere Coversongs auszuwählen, die 50er-Jahre sind hierfür eine unendliche Fundgrube. Aber wahrscheinlich geht es dem Kalifornier in erster Linie um größere Erfolge, die er mit diesem Album durchaus einfahren könnte.

Anspieltipps:

  • I Won’t Stand In Your Way
  • Runaway Boys
  • Melina

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