Mariah Carey - Me. I Am Mariah... The Elusive Chanteuse - Cover
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Mariah Carey Me. I Am Mariah... The Elusive Chanteuse


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 73 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Come on Mariah, let’s get higher.“ Alles hat ein Ende, nur die Presswurst hat zwei.

Mal ehrlich, die Ankündigung eines neuen Mariah-Carey-Albums hat auch schon mal für mehr Wirbel gesorgt, als jetzt, bei ihrem mittlerweile 14. Studioalbum „Me. I Am Mariah... The Elusive Chanteuse“. Zwar platzieren sich die Singles und Alben der 44-Jährigen vor allem in den USA immer noch in den vordersten Chart-Regionen, doch in Europa scheint schon seit längerer Zeit die Luft aus dem Thema „Mariah Carey“ raus zu sein, als hätte das Publikum die langsam vorangeschrittene Verwandlung vom natürlich-schönen R&B-Stimmwunder zum ganz schön propperen und dennoch stets leichtbekleideten Pop-Schlachtross einfach nicht akzeptiert. Zudem war keines der Carey-Alben in den vergangenen zehn Jahren mehr als durchschnittlich. Doch wer am Ende des Tages immer noch mit Superlativen wie mehr als 200 Millionen verkaufte Alben aufwarten kann und kommerziell in einer Liga mit Michael Jackson, den Beatles und Elvis Presley spielt, hat scheinbar alles richtig gemacht.

Für „Me. I Am Mariah... The Elusive Chanteuse“ wurden nicht nur für das Cover und das Booklet im Photoshop-Labor traditionell Höchstleistungen erbracht, sondern auch in Sachen Feature-Gäste (Fabolous, Nas, R. Kelly, Mary J. Blige, Miguel und Wale) sowie bei der Produzenten- und Songwriter-Meute, die auf die 17 Songs der Deluxe-Ausgabe losgelassen wurde. Dazu zählen u.a. The-Dream, Big Jim Wright, Mike Will, Jermaine Dupri, C, „Tricky” Stewart, Bryan-Michael Cox, Hit-Boy und Rodney Jerkins, die zusammen mit Frau Carey kompositorisch in R&B-, Soul-, Pop- und HipHop-Gefilden gerührt haben - allerdings ohne ein neues Kapitel aufzuschlagen. Denn auch 4½ Jahre nach dem in Europa total abgeschmierten „Memoirs Of An Imperfect Angel“-Album (09/2009), hat sich im Sound-Kosmos der Carey nicht allzu viel getan.

Noch immer liegt das Hauptaugenmerk auf Black-Music-Klängen, in die sich stilistisch nur wenige Ausreißer einsortieren. Dazu hält sich allerdings der Umgang mit Balladen erfreulich in Grenzen und auch die zum Overacting neigende Stimmakrobatik des fünf Oktaven umfassenden Organs der New Yorkerin wurde etwas ausgebremst. Doch das sind schon die positivsten Meldungen, die „Me. I Am Mariah... The Elusive Chanteuse“ präsentieren kann. Denn mehr bringt dieses auf Hochglanz polierte Produkt nicht mit, um nachhaltig Aufmerksamkeit zu erregen.

Dazu sind viele Songs des Longplayers zu sehr auf Nummer sicher geschrieben und arrangiert („It’s a wrap“ im Duett mit Mary J. Blige sowie „Betcha gon‘ know“ mit R. Kelly landeten sicher nicht ohne Grund nur auf der Deluxe-Ausgabe!), sodass es schon ein paar Anläufe benötigt, um die wenigen Spitzen herauszupicken. Diese finden sich in dem Gospel-Song „Heavenly (no ways tired / can’t give up now) und der Coversion von George Michaels „One more try“, gehen über den HipHop/R&B-Track „Thirsty“ und den eingängigen Popsong „#Beautiful“ hin zu dem ungewöhnlich treibenden Dancetrack „Meteorite” und dem gefühlvollen Soul-Stück „You don’t know what to do”.

Danach ist leider schon wieder Schluss mit der Herrlichkeit. Denn Mariah Carey hat auch für dieses Album zu viel Durchschnitt zugelassen, der außer ihren Fans kaum noch die Massen begeistern dürfte - zumindest in Europa. Aber das scheint ja niemanden zu interessieren.

Anspieltipps:

  • Thirsty
  • #Beautiful
  • One more try
  • You don’t know what to do
  • Heavenly (no ways tired / can’t give up now)
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