Falconer - Black Moon Rising - Cover
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Falconer Black Moon Rising


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Falconer versuchen als herkömmliche Power Metal-Band ohne klassische Folk-Einflüsse wahrgenommen zu werden.

Das schwedische Power/Folk-Metal-Gespann Falconer ist nach einer für sie ungewöhnlich langen Pause von drei Jahren wieder zurück und legt mit „Black Moon Rising“ das achte Studioalbum vor. Wer bei dieser Ankündigung über das samtene Organ von Sänger Mathias Blad ins Schwärmen gerät oder die gelungene Mischung aus mittelalterlichen Klängen, Folk-Elementen und gelegentlichen Abenteuern auf der Raubsau schätzt, der muss jetzt besonders stark sein, denn Mathias, Stefan Weinerhall (Gitarre, Keyboard), Jimmy Hedlund (Gitarre), Magnus Linhardt (Bass) und Karsten Larsson (Schlagzeug) bieten diese Zutaten auf dem neuesten Werk nur mehr in Nuancen bzw. gar nicht mehr an. Für den begleitenden Pressetext dürfte „das am stärksten von den Gitarren dominierte, Riff-lastigste und schnellste Album der Gruppe bislang“ allerdings ein voller Treffer sein, da sich die Band „hiermit so hungrig und lebendig wie seit Jahren nicht zeigt.“

Nach der kollektiven Fanschelte, die es nach dem allzu rasant dargebotenen „Grime vs. Grandeur“ (05/2005) gab, sollten derartige Vorschusslorbeeren mit Bedacht gestreut werden, denn auch „Black Moon Rising“ strotzt nur so vor Potential, die langjährigen Anhänger aufgrund ihrer vorbestimmten Erwartungshaltung vor den Kopf zu stoßen. Mit anderen Worten, der Folk-Anteil ist auf ein Minimum zurückgefahren, weiblicher Gesang ist völlig verschwunden und das Tempo wurde nach dem teilweise recht aufbrausenden Vorgänger „Armod“ (06/2011) nicht merklich zurückgefahren. Nach dem ersten Hördurchgang überwiegt auf jeden Fall das Gefühl, Falconer wollten bereits bekanntes Gebiet verlassen und als herkömmliche Power Metal-Band mit mittelalterlichen Nuancen wahrgenommen werden.

Das funktioniert dummerweise jedoch recht selten und wenn zum Beispiel der Titeltrack als lieblos heruntergeschrubbtes Donnergrollen seine Aufwartung macht, „Locust swarm“ schnelles Riffing serviert, aber ansonsten gesichtslos bleibt, und „At the jester´s ball“ durch wildes Hakenschlagen mehr verwirrt denn begeistert, beginnt man sich zu fragen, ob die neue Ausrichtung nicht eine Fehlentscheidung war. Zwischendurch sammeln Falconer mit dem dynamischen Schlagbolzen „Wasteland“ und dem zackigen „There´s a crow on the barrow“ zwar Pluspunkte, das gleiche Gefühl von Abenteuer zu mittelalterlichen Zeiten, das auf Alben wie „Among Beggars And Thieves“ (08/2008) omnipräsent war, fristet auf „Black Moon Rising“ nur ein Schattendasein („Halls and chambers“) oder gebärdet sich als metallischer Minnegesang mehr schlecht als recht („Scoundrel and the squire“).

Besser gefällt da schon „Age of runes“ mit seinem Wechsel zwischen treibenden Parts, Midtempo-Gebärden und aufbrausenden Instrumentalabschnitten, wohingegen „In ruins“ mit demselben Rezept baden geht. Das simpel gestrickte, aber mit einer netten Melodie ausgestattete „Dawning of a sombre age“ gefällt hingegen, während „The priory“ durch eigenen Rhythmus aufhorchen lässt, aber die Idee hinter der Komposition nicht zu Ende denkt und somit wertvolles Potential verschenkt. Kurzum: Ein Meisterwerk ist den schwedischen Power Metal-Recken mit ihrer achten Platte nicht geglückt, ein Totalausfall sieht aber auch wesentlich anders aus. Stellt sich nur die Frage, wie die Fans auf den veränderten Stil Falconers reagieren. Raum nach oben ist für eine Qualitätssteigerung bei gleichbleibenden Faktoren definitiv ausreichend vorhanden.

Anspieltipps:

  • Wasteland
  • Age Of Runes
  • There´s A Crow On The Barrow

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