Tomas Barfod - Love Me - Cover
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Tomas Barfod Love Me


  • Label: Secretly Canadian
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mathematisch exakt durchkalkulierter, distanziert-kühler, elektronischer Pop des WhoMadeWho-Drummers.

Der Däne Tomas Barfod ist ein Schöpfer elektronischer Pop-Musik, was er unter eigenem Namen und als Schlagzeuger der Band WhoMadeWho praktiziert. Auf seinem zweiten Solo-Album hat er für sein Vorhaben als Verstärkung einige Gastsänger wie Luke Temple von Here We Go Magic und Nina Kinert eingeladen. Bei der Umsetzung bewegt er sich hier im gängigen, aktuell angesagten Electronic-Pop-Rahmen. Er bevorzugt einen Mix aus gefühlvollen und treibenden Nummern. Chillige Sounds wechseln sich mit tanzbaren Rhythmen ab. Dabei ist er allerdings nicht so experimentierfreudig und Grenzen sprengend unterwegs wie sein Landsmann Trentemøller .

Tomas Barfod richtet sich einen künstlich erschaffenen Klangraum ein. Er lässt tongewordenes Neon-Licht erstrahlen und vor dem geistigen Auge erscheinen dazu exakt abgestimmte, zweckmäßig angeordnete Schleiflack-Designermöbel. Hier wirkt alles mathematisch präzise ermittelt und sachlich durchdacht. Er produziert also Gebrauchsmusik zum Nebenbeihören, die sich auch als Hintergrundbeschallung von stilvollen Bars oder Restaurants eignet. Präzise, unaufgeregt, kühl-distanziert, funktionell und kalkuliert erschallen seine Kreationen. Die Klänge stören auch nicht bei einer Unterhaltung, beim Lesen, aus dem Fenster schauen oder beim Nachhängen von Gedanken. Die Musik ist unverbindlich, fordert nicht heraus, regt weder an noch auf.

Die Stücke eignen sich auch für die Chill-out-Lounge eines Clubs. Sie bilden eine Klangtapete, die weder eindeutig Ambient, noch Pop oder Dance ist. Irgendwo dazwischen ist sie angeordnet. Handwerklich ist das Ganze perfekt umgesetzt. Bisweilen sind schöne Stimmen zu hören, die unwirklich und unnahbar erscheinen und sich selbst genügen. Ohne tiefe Spuren zu hinterlassen, plätschert die Musik dahin. Am Ende lässt sie den Hörer ratlos zurück, denn das Ergebnis ist unverbindlich.

Anspieltipps:

  • Bell House
  • Pulsing
  • Aftermath
  • Waiting For Us

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