The Kooks - Listen - Cover
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The Kooks Listen


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
3.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Lass den Entenarsch kreisen! The Kooks entdecken HipHop und Dance-Pop für sich.

Fast genau drei Jahre liegt „Junk Of The Heart“, das letzte Album der Kooks zurück. Drei Jahre, in denen sich bei den Briten einiges getan zu haben scheint. Denn mit „Listen“ verabschieden sich Luke Pritchard (Gesang, Gitarre), Hugh Harris (Gitarre), Pete Denton (Bass) und Alexis Nunez (Drums) von dem Sound, für den die Band auf den vorangegangenen drei Longplayern in die Herzen vieler BritPop-Fans eingezogen ist. Mit Inflo hat ein junger HipHopper als Produzent an den Reglern gesessen, Synthesizer bedient, Songs mitgeschrieben und damit maßgeblichen Einfluss auf das neue Klangbild des Quartetts ausgeübt.

Wie es sich gehört, wenn ein oder mehrere Musiker aus dem HipHop-Segment an einem Rockalbum beteiligt sind, verschiebt sich der Fokus in Richtung Beats und Rhythmik, was grundsätzlich nicht verkehrt ist, wenn auch der Rest zum Ganzen passt. Das ist gewiss nicht einfach und auch The Kooks haben ihre liebe Mühe, ihre Songideen so zu bündeln, dass sie rund und wie aus einem Guss klingen. Progressive-Pop sollte jedenfalls besser ein Damon Albarn machen, als die Indie-Rocker aus Brighton, die niemals auf einem Indie-Label waren. Dass The Kooks trotzdem gut daran getan haben, etwas zu verändern, zeigt das enttäuschende Abschneiden von „Junk Of The Heart“, das zwar weltweit alle relevanten Charts erreichte, aber daraus in Rekordgeschwindigkeit auch wieder verschwunden war.

So grooven The Kooks in „Forgive & Forget“ mit dem Funk einer 70er-Jahre-Band, während in „Westside“ der simple Beat von Michael Jackson „Beat it“ auf akustische Gitarren, larmoyanten Gesang und Synthie-Flächen trifft. So etwas hören heutzutage auch Pharrell- und Daft-Punk-Jünger! Im Gegensatz dazu wird in „Bad habit“ fast schon klassischer Indie-Rock mit quengelnden Gitarren dargeboten, dem wiederum ein rhythmisches Feuerwerk in „Down“ entgegensteht.

Viel Zeit haben The Kooks nicht, um zu überzeugen. Elf Songs in 40 Minuten müssen ausreichen, um den Kurswechsel rüberzubringen. Dementsprechend geht die Hasenjagd in schneller Abfolge durch durchaus unterschiedliches Material. So ist „Are we electric“ tanzbarer Pop, während das aufgedrehte „Sunrise” entfernte Flamenco-Anleihen verarbeitet. In „Dreams“ zersägt Inflo die spartanischen Akustikklänge der Kooks mit seinem Synthesizer und „See me now“ mäandert etwas ziellos zwischen Piano- und aufgeblasenen Orchesterklängen, Handclaps und Gospelchören herum.

Was bleibt, ist das Einverständnis mit einem wohl nötigen Kurswechsel, aber auch die Erkenntnis, dass dieser nicht zu voller Zufriedenheit verlaufen ist. „Listen“ klingt wie eine Aufforderung, welcher der Hörer gerne nachkommt. Er wird allerdings nicht mit einem durchgängig guten Album belohnt, sondern lediglich mit Fragmenten, die zeigen, wie es bei voller Konsequenz hätte klingen können, wenn The Kooks mit Inflo ernst gemacht hätten.

Anspieltipps:

  • Westside
  • Bad habit
  • Forgive & Forget
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