Twin Atlantic - Great Divide - Cover
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Twin Atlantic Great Divide


  • Label: Red Bull Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Bringt Longplayer Nummer zwei den großen Durchbruch für die Schotten?

Die vor sieben Jahren in Glasgow, Schottland, gegründete Band Twin Atlantic arbeitet sich auf dem Rock-Radar Stück für Stück nach oben. Mit stetigem Touren als Begleiter von Bands wie Biffy Clyro, My Chemical Romance, 30 Seconds To Mars, Taking Back Sunday, Blink-182 und den Smashing Pumpkins, sowie nunmehr zwei EPs und zwei Longplayern im Gepäck, ist die bei Red Bull Records unter Vertrag stehende Gruppe inzwischen immer mehr Rock-Fans ein Begriff. Mal sehen, wie sich das auf die Chart-Platzierungen von „Great Divide“ auswirkt, dem neuesten Release der Herren Sam McTrusty (Gesang), Barry McKenna (Gitarre), Ross McNae (Bass) und Craig Kneale (Drums).

Dem stetig wachsenden Erfolg in ihrer britischen Heimat und dem damit verbundenen Leben auf Tour geschuldet, ist „Great Divide“ ein klassisches Album, das zwischen Tür und Angel entstanden ist, sprich: Rockstar-like nachts im Tourbus, auf der Fahrt von einem Auftrittsort zum anderen. Das sind sicher nicht die allerbesten Bedingungen, aber auch keine echte Besonderheit, für die Twin Atlantic eine Sonderbehandlung einfordern könnten. Nach mehr als 300 Konzerten in drei Jahren und einer Silber-Auszeichnung für ihre vorherige Platte „Free“ (04/2011) in Großbritannien, sind Twin Atlantic einfach dazu verdammt, mit „Great Divide“ den nächsten Schritt zu machen. Und wenn man sich die Auswahl der Produzenten für „Great Divide“ anschaut, haben Twin Atlantic auch genau das vor.

Keine Geringeren als die Studio-Schwergewichte Gil Norton (Foo Fighters, Jimmy Eat World, Counting Crows, Maximo Park, Pixies, Feeder) und Jacknife Lee (U2, R.E.M., Snow Patrol, Robbie Williams, Weezer, Editors) haben das Album betreut und damit Einfluss auf die Ausrichtung der Songs genommen, die nach den Tour-Erfahrungen selbstredend davon inspiriert sind, wie es ist, wenn tausende Kehlen einen Refrain laut mitsingen. Das lässt sich bereits beim Intro („The ones that I love“) feststellen und mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt in jedem weiteren Song.

Dabei fällt ein gewisser Hang zum Power-Pop der Nullerjahre auf, der den Alternative Rock des Debütalbums fast komplett abgelöst hat. Die Refrains können gar nicht stadiontauglich genug sein („Brothers and sisters“) und zu den Breitwand-Balladen müssen ausgiebig Feuerzeuge und Handys geschwenkt werden können („Oceans“, „Be a kid“). Dazu fällt eine untrügliche Nähe zu Bands wie Weezer („Heart and soul“, „Cell mate“) und Blink-182 („Fall into the party“, „I am an animal“) auf, womit auch eine ungefähre Zielgruppe für „Great Divide“ gefunden wäre.

Auf dieser Basis machen Twin Atlantic ihre Sache ganz gut, freilich ohne einen Preis für Originalität zu gewinnen. Mit ihren neuen Songs bedienen die Schotten ganz bewusst das Stadion-Rock-Segment, womit sich im Erfolgsfall inzwischen mehr Geld machen lässt, als mit Plattenverkäufen. Wer auf Festivals also immer häufiger über den Namen Twin Atlantic stolpert, weiß spätestens jetzt, dass das kein Zufall ist. Diese Schotten wollen hoch hinaus.

Anspieltipps:

  • Cell mate
  • Be a kid
  • Rest in pieces
  • Heart and soul
  • Brothers and sisters
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