Tarja - Beauty & The Beat - Cover
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Tarja Beauty & The Beat


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 98 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel Beauty und wenig Beat leiden trotz viel Unterhaltung an einer schwachbrüstigen Live-Aufnahme.

Bitte bei dieser Rezension nicht auf die Punktezahl schauen. Es ist sowieso immer wieder schwierig, dass das Geschaffene von Künstlern aller Art so oft in Punkte verpackt werden soll. Wir versuchen eine Qualitätskontrolle durchzuführen, doch wer kann schon immer so ganz genau sagen, was nun Lob verdient hat. Manch einer mag vielleicht gar keine klassische Musik oder mag sie so sehr, dass ihm oder ihr die recht „einfache“ Auswahl der Musik auf diesem Doppel-Album aufstößt. Subjektiver Geschmack ist zwar nicht das einzige Problem, welches Tarja Turunen (Nightwish) mit ihrer Breitband-Klassik-Show „Beauty & The Beat“ hat, aber bei all der Energie möchte man sich gar nicht mit unnötig erscheinender Kritik aufhalten.

Das Projekt von Tarja Turunen, Mike Terrana und vielen weiteren Künstlern ist ein Fest für die Augen. Auch wenn aufgrund der Live-Aufnahmen die Lieder mit Terrana am Schlagzeug stets asynchron und blechern klingen und nahezu sämtlichen Hörspaß nehmen, kann diese Musik bestehen. Man spürt an der Begeisterung und der Lockerheit des Publikums auch ohne Bild, dass hier ein weiterer Musiker ist, der einer Generation und einer Gesellschaft die Angst und Abneigung vor einer steif wirkenden Musikrichtung nehmen möchte. Aus der Sicht dieser Kritik ist ein solches Unterfangen Gold wert. Und auch wenn wie erwähnt Terranas Spiel akustisch flach fällt und objektiv dem Album mögliche Punkte raubt, sorgen solche Einlagen eben auch für Aufmerksamkeit und Zugänglichkeit.

Dass das Publikum noch eine ganze Ecke entspannter wirkt, wenn Turunen Lieder aus der jüngeren Popkultur durchaus gelungen in klassische Korsetts zwängt, ist keine Überraschung. Und auch hier ist es durchaus entschuldbar, dass ein „Led Zeppelin Medley“ und auch „Fly Me To The Moon“ auf keiner Ebene mit großer Komplexität begeistern können. All diese Makel werden für geneigte Hörer aus allen musikalischen Hintergründen mit unbändiger Spielfreude und einer ganz großen Show wettgemacht.

Geschickt schafft es die Finnin mit Hilfe Terranas und eines Orchesters, auch untypische Klassik- und Opernhörer zu fesseln. Das Tempo wird mal in „William Tell Overture“ hochgehalten, sodass man danach gerne das herrlich übertriebene „Mein Herr Marquis“ mitnimmt und sich vielleicht, und wenn auch nur ganz vielleicht, mit den ungewohnten Klängen der Klassik anfreundet. Für diesen Ansatz soll Turunen gefeiert werden, auch wenn die Umsetzungen technisch und vom Arrangement her selten etwas wirklich Besonderes zu bieten haben. Als Botschafterin hat Turunen für die Klassik einige Herzen gewonnen und das ist mehr wert als eine Zahl zwischen 1 und 10.

Anspieltipps:

  • Wilhelm Tell Overture
  • The Reign
  • Mein Herr Marquis

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