Bastian Baker - Tomorrow May Not Be Better - Cover
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Bastian Baker Tomorrow May Not Be Better


  • Label: Phonag Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der typische Fall von großer Produktion mit nicht genügend Inhalt dahinter.

Mit gar nicht zu viel Fantasie kann man sich einreden, dass der Eidgenosse Bastian Baker an Amy Macdonald erinnert. Schnurgerader Gitarrenpop mit viel Gefühl schallt aus den Boxen, doch beim Vergleich mit Amy muss man auch gleich an die weniger prächtigen Auswürfe der Frau denken. Wenn „Tomorrow May Not Be Better“ zum Auftakt mit Line-Dance-Einsteiger freundlich vorgetragenem Viervierteltakt und artig niedlichen Emotionen beginnt, dann möchte man sofort Tänze auswendig lernen. Während die Stimme des imaginären Tanzlehrers allerdings nicht verstummen möchte, vergisst man den Großteil dieser harmlosen Kost ganz schnell wieder.

Es gibt natürlich jene Momente, die an Vorbild Macdonald im Guten erinnern. Der Titeltrack und mit Abstrichen auch das süßliche „Lucky“ kann man als schwungvollen Folk-Pop verkaufen. Oftmals scheint sich Baker jedoch nicht über ein gewisses Niveau erheben zu wollen. Egal ob er zu Pop-Rock („Nobody Should Die Alone“, „Planet Earth“) oder Balladen („I Still Don't Realize“) greift, muss alles immer nach Schema F ablaufen. Genau aufgrund dieser Herangehensweise funktioniert die verlegene Art in „Lucky“, wohingegen die scheinbar großen Emotionen in einem „Planet Earth“ schlichtweg flach fallen.

Viele der Lieder kauft man dem Schweizer einfach nicht ab. Woher der unterhaltsam und nicht nachvollziehbare Flamenco in „With You Gone“ herkommt, kann man und soll man sich wahrscheinlich auch gar nicht erschließen können. Und dass das Album zum Abschluss auch noch einen abgespeckten Milow in „Love Machine“ mit ziemlich schwachen Lyrics präsentieren muss, untermalt die fehlende Glaubwürdigkeit großer Teile dieses Albums nochmals. So lässt sich schlecht ein Urteil fällen, welches sich großartig über „ganz nett“ erhebt, da Bastian Baker uns dank guter Produktion zwar durchgehend berieselt, dieser Schauer damit jedoch großteils unmerklich am Hörer vorüber geht.

Anspieltipps:

  • Lucky
  • Tomorrow May Not Be Better

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