Sebastien Tellier - L´Aventura - Cover
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Sebastien Tellier L´Aventura


  • Label: Record Makers/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Leinenhose, Sonnenbrille und Cocktails.

Sein Kreativprozess ist seit 2004 derselbe geblieben: Ein Konzept, sei es Politik, Sexualität oder Glaube, ergibt ein Album, das um dieses Konzept kreist. Dennoch scheint Sébastien Tellier kürzlich auf seine kreative Goldader gestoßen zu sein. Seit 2012 sind die zeitlichen Abstände zwischen seinen Werken zu weniger als einem Jahr geschrumpft. „L'Aventura“ ist des Franzosen insgesamt sechstes Album, doch sein drittes in drei Jahren.

Es soll ein halb faktualer, halb fiktionaler Ausflug in Telliers Kindheit werden. Fiktional deshalb, weil der umtriebige Chanteur nicht in Brasilien aufgewachsen ist. Trotzdem passt es zu ihm, der seine verschiedenen Konzeptalben immer wieder im Schoß seines Playboy-Charakters eint. So klingt auch das vorliegende Werk ganz nach dem zurückgelehnten, bärtigen Esoteriker mit 80er-Jahre-Charme.

Der exotische Sound kommt also nicht von ungefähr. Die sanften brasilianischen Klänge vermischen sich auf dem Album zudem mit mal mehr, mal weniger naheliegenden Genres. Kubanischer Cha-Cha-Cha („L'Adulte“) ist dabei, genauso wie Calypso (passend: „Ma Calypso“) aus Trinidad und Tobago. Alles irgendwie gleich, alles irgendwie Südamerika. Telliers macht sich mit seiner geradezu beschwörenden Stimme die Stile sowieso zu Eigen. So wirken auch die elektronischeren Klänge und die westliche, klassische Instrumentierung, die mit „Ricky L'Adolescent“ und dem 14-Minuten-Epos „Comment Revoir Oursinet“ hinzutreten, wie angegossen.

Das klingt durchweg entspannt und unangestrengt. Im Gegensatz zu Confection gelingt es Tellier außerdem, wieder mit unterschiedlichen Melodien und Elementen zu experimentieren (großartig: „Ricky L'Adolescent“) und einzelne Songs voneinander abzuheben und Abwechslung zu garantieren, ohne das Grundkonzept des Albums aus den Augen zu verlieren. Zwar geht die Idee des Abenteuers, der Reise durch die Kindheit, die sich vor allem in den Songtiteln widerspiegelt, schnell verloren, doch das ist durchaus verkraftbar.

Anspieltipps:

  • Ma Calypso
  • L'Adulte
  • Ricky L'Adolescent
  • L'Enfant Vert

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