Venatic - Catalyst - Cover
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Venatic Catalyst


  • Label: Believe Digital/SOULFOOD
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Melodischer, eingängiger Alternative Rock, welcher ein großes Zielpublikum finden sollte.

Venatic ist neben den prominenten Gamma Ray eine weitere Band, die wegen dem Brand in den Hammer Studios ihrer Heimatstadt Hamburg einen herben Tiefschlag einstecken musste. Auch Venatic hatten Glück im Unglück: Ein großer Teil des für das Debütalbum „Catalyst“ eingespielten Materials sowie ein wenig Equipment konnte gerettet und/oder geborgen werden. In den Chameleon Studios wurde „Catalyst“ schließlich vollendet und darf jetzt nach den Schicksalsschlägen der vergangenen Monate endlich das Licht der Welt erblicken. Das größtenteils von Anhängern der Band finanzierte Werk - ein Hoch auf das Crowdfunding! - ist nach den EPs „The Selfdestruction Sequence“ (2004), „Evidence“ (2006), „Bleeding Alpha“ (2007), „Don't Settle For Less“ (2008), „Live 2011“ (2011) und „Dead End“ (2012) nun der erste Longplayer für die Musiker Maik Schröder (Gesang), Jonas Strippelmann (Bass), Torben Neuss (Schlagzeug), Mark Pöhner und Peter Haubenschild (beide Gitarre).

Mit ihrem schmissigen Alternative Rock und Alternative Metal positionieren sich Venatic so, dass ihr „Catalyst“ weit mehr als ein bloßer Genre-Beitrag ist. Direkt der Opener „Boiling Sewers“ eröffnet das Album mit einem Knall: Ein melodischer Aufbau trifft auf pointierte Härte, was im Verlauf von „Catalyst“ zum Markenzeichen der Band verstanden werden will. „Nyctophobia“ (inklusive interessantem Spoken-Word-Part auf Deutsch), „Alteration“ und das zünftige „Hollywood“ folgen dem Beispiel und kombinieren zünftigen Rock mit einer beinahe poppigen Attitüde. Immer wieder feuern Venatic harte Riffs aus allen Rohren und bieten eingängige Refrains als Kontraste an. Das sollte ein außerordentlich breites Publikum ansprechen, zumal eine Powerballade wie „M.I.A.“ trotz gelegentlicher Wutausbrüche auch im Radio einer lokalen Station eine durchaus gute Figur machen sollte. Während „Far“ oder „Dust (Es)Caped“ sich mit ihrem annähernd experimentellen Einschlag einiges trauen und die klaren Glanzlichter sind, setzen die Hamburger in „Dead End“ oder „All You Zombies“ zu sehr auf Kompromisse - man will offensichtlich keinem weh tun und liefert trotz gesunder Härte gut tanzbare Beiträge ab, welche zwar durchaus gelungen sind, aber weit hinter den originellen Momenten von „Catalyst“ zurückbleiben.

Im Großen und Ganzen ist „Catalyst“ nach dem Bombardement an EPs ein empfehlenswertes Debütalbum geworden, welches ein gutes Bild davon gibt, was die Band ihren Hörern bieten will. Durchgängig hervorragend eingespielt, eingesungen und produziert, wird dieses Werk auch verdientermaßen ihre Anhänger finden. Modern, aber nicht trendy oder anbiedernd, sowie außerordentlich kurzweilig und clever können Venatic punkten. Ob es dafür reicht, ein neuer Stern am Himmel des deutschen Alternatives zu werden, muss sich erst herausstellen - das Zeug hätten die fünf Jungens wahrscheinlich. „Catalyst“ ist eines dieser Alben, welche nur darauf warten, entdeckt zu werden, um ein ziemlich breites Publikum zufrieden zu stellen. Da ist für jedermann was dabei und das alles macht Lust auf mehr.

Anspieltipps:

  • Nyctophobia
  • Hollywood
  • Far
  • Dust (Es)Caped
  • M.I.A.

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