Seether - Isolate And Medicate - Cover
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Seether Isolate And Medicate


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Seether gehen die 90er Jahre auch 2014 weiter, weiter, immer weiter.

Vor etwas mehr als einem halben Jahr ließen Seether einen Hund in den Garten kacken und fassten mit „2002-2013“ (11/2013) ihre bisherige Laufbahn auf einem Doppelalbum zusammen. Jetzt meldet sich die Neo-Grunge-Band aus Johannesburg, Südafrika, mit einem neuen Studioalbum zurück. Es scheint so, als wäre wieder Dampf unter dem Karriere-Kessel im Hause Seether!

„Isolate And Medicate“ ist das mittlerweile sechste Studioalbum des in den USA lebenden Trios. Es erscheint auf dem Label des neuen Vertragspartners Caroline Records und wurde von dem Top-Produzenten Brendan O`Brien (Pearl Jam, Bruce Springsteen, Incubus, Neil Young, Soundgarden, Papa Roach, Red Hot Chili Peppers) im Studio betreut. Obwohl der typische Seether-Sound wie ein Auslaufmodell aus den 90er Jahren klingt, hat die Band noch immer kommerziellen Erfolg in den USA, wo Alternative Rock der klassischen Prägung wohl nie ganz aussterben wird.

Mit mehr als 4,5 Millionen verkauften Tonträgern und elf Nummer-Eins-Singles in den USA, zählen Seether zur ersten Liga des Alternative Rock. Allein aus diesem Grund ist eine hohe Erwartungshaltung mehr als angebracht. Und Seether tun einen Teufel, um mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Leichte Weiterentwicklung, ja. Eine Erfolgsformel komplett auf den Kopf stellen, nein! Und so gaukeln schon die ersten Riffs und Noten des Openers „See you at the bottom“ dem Hörer vor, dass wir keinesfalls das Jahr 2014 schreiben, sondern irgendwo in der Mitte der 90er Jahre steckengeblieben sein müssen, als die australischen Jünglinge von Silverchair mit ihrem Neo-Grunge um die Ecke geschossen kamen.

Diesen Nostalgie-Sound konnte (bzw. durfte) auch Brendan O`Brien (54) Seether nicht austreiben. Dadurch ist „Isolate And Medicate“ bis zum letzten Ton vorhersehbar, aber nicht zwingend schlecht. Tiefergestimmte Gitarren, emotionale Gesangsparts, eingängige Melodien und druckvoller Klang: Damit lässt sich auch heute durchaus noch etwas reißen. Vorausgesetzt, der Hörer steht auf Metal-Riffs mit Schlager-Refrains („Suffer it all“, „Words as weapons“), Schmachtballaden („Crash“, „Save today“) und auffallende Nickelback-Anleihen („Watch me drown“, „Nobody praying for me“).

Anspieltipps:

  • My disaster
  • Same damn life
  • Keep the dogs at bay
  • Nobody praying for me
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