Powerman 5000 - Builders Of The Future - Cover
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Powerman 5000 Builders Of The Future


  • Label: Universal Music
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die altbekannte Vorgehensweise, die beweist, ihre Ketten sprengen zu können, dies aber viel zu selten macht.

Etwa fünf Jahre nach dem letzten Album „Somewhere On The Other Side Of Nowhere“ (2009) melden sich Powerman 5000 mit einem brandneuen Studioalbum zurück. Für die Gruppe und ihren Mastermind Michael David „Spider One“ Cummings, welcher nicht nur der Bruder von Rob Zombie, sondern auch das einzig verbliebene Gründungsmitglied von PM5K (wie Powerman 5000 auch kurz genannt werden) ist, war dies die bislang längste Pause zwischen zwei Alben. Auch wenn die Band aus Massachusetts in Deutschland schon immer ein Nischendasein führte, werden sich die Fans und Kenner der US-Amerikaner freuen, während Neulinge einen Eindruck bekommen, wie sich diese Band schon immer anhörte, was sich bewährte und wahrscheinlich noch lange bewähren wird.

Schon wenn der Opener „Invade, Destroy, Repeat“ losbrettert und mit seinem Mitgröl-Refrain zum Mitmachen animiert, weiß der Hörer in etwa, was er auf der siebten Langrille der Bostoner Nu-Rocker zu erwarten hat. Die tanzbare Single „How To Be A Human“ sowie ein relativ weit hinten platziertes Trio bestehend aus „Modern World“, „Live It Up Before You're Dead“ und „I Can't Fucking Hear You“ rocken straight und eingängig - hier machen Powerman 5000 das, was sie am besten können, sind aber stets nur wenige Zentimeter davon entfernt, sich zu wiederholen. Langjährige Fans werden das Schema in etwa kennen, nachdem die Band mit „Megatronic“ („Anyone For Doomsday?”, 2001) oder „Hey, That's Right!“ („Transform“, 2003) ganz ähnliche Songs rausgehauen habt.

Die gewohnt andere Seite, welche „Builders Of The Future“ bietet, sind Tracks, welche wie eh und je zwischen Electro Metal und Industrial hin- und herpendeln, dabei aber stets so aufgebaut werden, dass sie nicht zu nerdig erscheinen. Deshalb haben „We Want It All“, der Lo-Fi-Alptraum „Evil World“ oder der Titeltrack durchaus die Chance, auch von einem Mainstream-Publikum verstanden zu werden. Lediglich das überaus ruhige, beinahe experimentelle „I Want To Kill You“ kann für echte Überraschungen sorgen. Die akustische Ballade ist anfangs mit dezenten Beats ausgestattet und mausert sich langsam aber sicher zu einer dreckigen Country-Nummer, welche einen enormen Sog erzeugt. Diese noch völlig unverbrauchte Vorgehensweise steht der Band extrem gut und es ist schade, dass sie sich nicht traute, das interessante Konzept in einem größeren Umfang zu bieten.

Dennoch sollten alle Hörer, die PM5K über die Jahre begleitet haben, gut bedient werden. Natürlich gibt es einige Abnutzungserscheinungen, welche durch zaghafte Experimente kaum kaschiert werden können und natürlich erinnert die eine oder andere Komposition an ältere und längst bekannte. Letzten Endes werden sich die meisten Fans damit arrangieren können - wenn sie nicht sogar freudig erregt über so viel Comfort Food sind. Deshalb platziert sich „Builders Of The Future“ souverän im Mittellager der Diskographie Powerman 5000s und macht genau so wenig falsch, wie es auch richtig bahnbrechend oder interessant macht. Für Fans lautet da die Parole: „You're Gonna Love It, If You Like It Or Not“!

Anspieltipps:

  • Invade, Destroy, Repeat
  • I Want To Kill You
  • Modern World
  • Evil World

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