Hank Shizzoe - Songsmith - Cover
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Hank Shizzoe Songsmith


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die wohl abwechslungsreichste und spielfreudigste Studioplatte Hank Shizzoes seit einer kleinen Ewigkeit.

20 Jahre nach seinem Debütalbum „Low Budget” bringt der schweizer Roots-Rock-Musiker Thomas Erb alias Hank Shizzoe (48) mit „Songsmith“ einen neuen Longplayer auf den Markt und beendet damit die mit vier Jahren bis dato längste Pause zwischen zwei Studioalben. Der Grund, warum nach „Breather“ (02/2010) mehr als vier Jahre Funkstille war, liegt darin, dass Hank Shizzoe auch in der Band seines Landsmannes Stephan Eicher spielt, der mit seinen Alben regelmäßig die Top 10 in Frankreich und der Schweiz knackt und zur Befriedigung seines Publikums entsprechend lang auf Tournee ist.

Quasi als Freundschaftsdienst hat sich Stephan Eicher am Songwriting, den Aufnahmen und der Produktion von „Songsmith“ beteiligt und damit massiven Einfluss auf das Album genommen. Wer nämlich wie gewohnt hemdsärmeligen Roots-Rock, Blues und Americana von Hank Shizzoe erwartet, wird schon mit dem Intro von „Rocket ship“ ausgebremst und auf beinahe experimentelle Gefilde geführt. Denn Stephan Eicher und Hank Shizzoe arbeiten neben einer klassischen Instrumentierung mit Gitarren, Bass, Drums, Piano und Percussion mit Geräuschen, Samples, Loops und elektronischen Elementen. Damit erzeugen sie jede Menge Atmosphäre und lösen die Songs von einer weiteren langweiligen 08/15-Gerne-Veröffentlichung.

Auch wenn „Songsmith“ sehr wohl in den Stilbereichen Rock, Blues und Americana stattfindet, ist das Album eine erfrischende Interpretation dieser Koordinaten. So wird der „Rocket ship“-Blues in ein Soundtrack-artiges Gewand gesteckt, in dem Loops und HipHop-Beats eingebaut sind. „He is not“ ist eine vollkommen kitschfreie Piano-Ballade in bester Nick-Cave-Manier. Auch „I talk too much“ schlägt trotz pluckernder Elektronik (!) atmosphärisch in die Nick-Cave-Kerbe, während „Light up“ im Duett mit Shirley Grimes eine traumhafte Americana-Melodie zutage fördert.

„Like it’s 1929“ wird mit dräunenden Orchesterklängen eingeläutet, verwandelt sich dann aber in einen federleichten Dixieland-Shuffle. „iTune (song for Jony)“ ist ebenfalls ein entspannter Gute-Laune-Song und „Planned obsolescence“ greift noch einmal zusammen mit Shirley Grimes in die Kiste mit den traumhaften Americana-Melodien, bevor Hank Shizzoe mit dem scheinbar aus einem Stummfilm-Soundtrack gefallenen „I sing“ zum Schluss auch noch seinen Humor beweist und ein Album beschließt, das mit maximal zwei kleinen Hängern auskommt und ansonsten die wohl abwechslungsreichste und spielfreudigste Studioplatte Hank Shizzoes seit einer kleinen Ewigkeit darstellt.

Anspieltipps:

  • Light up
  • He is not
  • Rocket ship
  • Planned obsolescence
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