Judas Priest - Redeemer Of Souls - Cover
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Judas Priest Redeemer Of Souls


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
9.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Schluss mit komischen Konzepten und Experimenten: „Redeemer Of Souls“ ist „True Metal aus den Achtzigern“ in authentischer Reproduktion.

Nach großen Erfolgen, aber auch Zeiten von Irrungen und Wirrungen in einer langen Karriere, befindet sich die britische Heavy-Metal-Legende auf der Zielgeraden ihrer im Jahr 1969 begonnenen Laufbahn. Doch so richtig still wird es um den Metal-Supertanker vorerst nicht werden. Im betagten Rocker-Alter der Hauptprotagonisten Rob Halford (Gesang), Ian Hill (Bass) und Glenn Tipton (Gitarre) zwischen 62 und 66 Jahren, will die Band zwar in Sachen Touren kürzertreten, auch wenn mit Drummer Scott Travis (52) und Neu-Gitarrist Richie Faulkner (34) noch zwei vergleichsweise junge Hunde zum Line-up dazugehören, doch neue Studioalben soll es bis auf weiteres auch in Zukunft noch geben.

Dabei musste im April 2011 erst einmal der Ausstieg von Urgestein K.K. Downing (62) verkraftet werden, der einer der Hauptsongwriter der Band war und diese mit seinem Gitarrenspiel prägte. Als Ersatz kam der blutjunge Richie Faulkner ins Team, der mit Judas Priest von Juni 2011 bis Mai 2012 die „Epitaph World Tour“ bestritt und nun auch an „Redeemer Of Souls“ beteiligt ist, dem ersten Studioalbum seit „Nostradamus“ (06/2008). Faulkner wurde in das Songwriting-Team von Rob Halford und Glenn Tipton aufgenommen, wobei sehr wohl darauf geachtet wurde, dass der typische Judas-Priest-Sound in den Arrangements erhalten bleibt. Denn pseudo-moderne Experimente wie auf „Jugulator“ (10/1997) kann sich die Band nach dem eher zwiespältig aufgenommenen Konzeptwerk-Vorgänger „Nostradamus“ kein drittes Mal leisten.

So stand mit an oberster Stelle das Ziel, den einzigartigen Sound der frühen Judas-Priest-Werke naturgetreu wiederzugeben – und wenn dazu im Studio 40 Jahre altes Equipment aus der Schublade geholt werden musste. Scheiß drauf! Und so ballert das 17. Studioalbum bereits nach den ersten Gitarrenriffs des Openers „Dragonaught“ wie Heavy Metal der Marke Judas Priest klingen muss: Klassisch, melodisch und kraftvoll. Allerdings ist die Abmischung auch etwas verwaschen und erzeugt nur bei entsprechender Lautstärke den gewünschten Schalldruck. Old School, komm raus, du bist umzingelt!

Bands in der Größenordnung von Judas Priest haben grundsätzlich das Problem, dass sich ihre Fans nach den alten Klassikern die Finger lecken und am liebsten nur noch geil klingende Neuauflagen von diesen hören möchten. Aber so etwas gibt es leider nicht! Trotzdem versuchen sich Judas Priest an einer möglichst authentischen Reproduktion ihrer Sound-Markenzeichen, was ihnen sehr solide gelingt. Vereinzelte Riffs in Stücken wie „Halls of Valhalla“, „Sword of Damocles“ oder „March of the damned“, das auch von Ozzy Osbourne stammen könnte, gleich zu Beginn des Albums, belegen das.

Auf diese Weise zelebrieren Judas Priest ihre kultgewordene Mischung aus harten Riffs („Hell & Back“) und eingängigen Melodien („Down in flames“), die zwar nur bedingt an die Knaller aus den 80er Jahren bis hin zu „Painkiller“ (09/1990) heranreicht, aber aufgrund ihrer betont authentischen Machart und dem mehr als soliden Songwriting gut gefällt. Es gibt zwar mit „Cold blooded“ und „Metalizer“ auch Stücke, die eindeutig als Füllmaterial durchgehen, doch das macht den Kohl nicht fett. Fakt ist: In der Abteilung „True Metal aus den Achtzigern“ gewinnen Judas Priest haushoch gegen die Konkurrenz von Manowar, weil sie die sympathischere Band mit den besseren Songs und einer insgesamt besseren Produktion sind.

Anspieltipps:

  • Hell & Back
  • Down in flames
  • Halls of Valhalla
  • Sword of Damocles
  • Beginning of the end
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