Mark Barrott - Sketches From An Island - Cover
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Mark Barrott Sketches From An Island


  • Label: International Feel/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ibizas entspannte Seite, eingefangen in neun tropischen Tracks.

Seit zwei Jahren lebt Barrott nun auf Ibiza. „Sketches From An Island” sind nicht nur die gleichnamigen EP-Episoden vorangegangen, sondern auch einige Veröffentlichungen unter anderen Namen, die in diesem Zeitraum entstanden sind. Ibiza, die Tradition des Café del Mar und eben jene Releases ebneten den Weg zu diesem Album, das komplett versunken ist in balearischen Chill-out-Sounds.

Mark Barrotts Tracks fließen vor sich hin. Ein zielloser, geradezu höhepunktloser Singsang, der trotzdem nicht langweilig wird. Heraufbeschworen wird eine tropisch-entspannte Stimmung, durchzogen von Vogelgezwitscher, das auch mal ohne Instrumente auskommt, einsamen Pianoklängen (“Sacred Islands”) und viel natürlicher Instrumentierung. “Essene” ist mit seinem zurückhaltenden und doch präsenten Gitarrenspiel eines der Kernstücke, das untermalt wird von Rasseln und flächigen Synthies.

Vom Folgetrack „Formentera Headspace“ kann man zwar angesichts der neunminütigen Spieldauer nicht behaupten, dass er die Dinge auf den Punkt bringt, trotzdem vereint er mit psychedelischen Gitarrenriffs, Xylophon-Klängen und flachem Getrommel die Grundfesten des Albums und ist gerade wegen seiner Länge Beweis dafür, dass nicht viel in einem Song passieren muss, um ihn interessant zu halten. „Island Life“ ist da mehr der klassische Chill-out-Track mit Ambient-Synthies und wirkt wie eine Variation von „Formentera Headspace“.

„Sketches From An Island“ präsentiert einen authentischen Chill-out-Sound, der sich nicht an die künstliche, von Klischees und New-Age-Mucke besetzte Lounge-Landschaft anbiedert. Barrott schafft Chill-out mit Substanz, scheinbar eingefasst in einen Konzeptrahmen, der sich um das Tropische, nicht allzu gezähmte Paradies dreht. Unaufdringlich, sphärisch und entspannt. Einzig „Baby Come Home“ fällt aus diesem Rahmen. Der funkige Beat und die Flötentöne wirken stattdessen wie eine verzerrte Mischung aus der letzten Discofunk-Party und den Sounds an der Gartentorschwelle zu Dr. Nimms Chill-out-Paradies. Nichts, worüber man nicht hinwegsehen könnte.

Anspieltipps:

  • Essene
  • Formentera Headspace
  • Island Life

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