DJ Vadim - Dubcatcher - Cover
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DJ Vadim Dubcatcher


  • Label: BBE/ALIVE
  • Laufzeit: 66 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

19 Jahre Erfahrung können sich hören lassen.

Wahl-Londoner Vadim Peare hat musikalisch schon einige Jahre auf dem Buckel. Er kann in seinem Genre zwar keine Karriere von der Länge eines Lee Perry oder dem Einfluss eines The Orb vorweisen. In Sachen Erfahrung und Vielfalt steht er den Veteranen aber in nichts nach. Es mag nicht immer so sein, aber in diesem Fall spricht die zehn Alben umfassende Diskographie, gelegentliche Mitarbeit an Nebenprojekten wie The Bug nicht mitgezählt, durchaus für sich.

Normalerweise mehr jazzigem HipHop und TripHop verpflichtet, hat sich Vadim diesmal dem Dub, Dancehall und Reggae angenommen. Seine Wurzeln bleiben dennoch an der Oberfläche. Die Reggae-Rhythmen und rumorenden Dub-Bässe werden begleitet von Breakbeat-Spielereien („Action“), Platten-Scratchen und Cuts („Magnetic“), Reggaeton („Badman“ und „Ring My Bell“) und klickendem Noise („Consignment“). Alles Elemente, die sich der gebürtige Russe aus früheren musikalischen Expeditionen bewahrt hat. Trotzdem bewegt sich „Dubcatcher“ immer streng innerhalb der selbstgesetzten Genre-Grenzen, Ausbrüche daraus bleiben eher aus.

Freilich vermisst man solche Ausbrüche nicht. Über eine Spanne von 16 Tracks kann es trotzdem anstrengend werden. Für eine solche Länge sind die Grenzlinien doch ein wenig eng gesteckt, die Genre-übergreifenden Spielereien zu zurückhaltend, um ein Album über die Dauer zu tragen. Immerhin sorgen sie für frischen und originellen Reggae. Zu den oben aufgeführten Features gesellt sich eine 8-Bit-Bassline in „If Life Was A Thing“, Sounds aus Röhren („Originate“), blubbernder Funk („Give It Up“) und viel, viel Soul. Und gegen Ende schafft es Vadim mit Tracks wie „Raggamuffin“ und „Ring My Bell“, das Album nochmal aus dem Tal zu holen, in das er es mit dem recht schwachen Start anfangs manövriert.

Schade nur, dass außer souligem Gesang und Raps, die breite Feature-Palette nur wenig Originalität zu „Dubcatcher“ beisteuert. Demolition Man sorgt zwar in gleich drei Instanzen für schnelle Raps, bleibt aber neben Vadim so ziemlich die einzige herausragende Größe auf dem Album. Das grenzt an verwirktes Potential, ist aber zu verkraften, da es dem Werk doch nur wenig Abbruch tut. Dafür hat DJ Vadim schon einiges geleistet. Ein zweiter Teil, „Soulcatcher“, soll folgen.

Anspieltipps:

  • Action
  • Magnetic
  • Badman
  • Ring My Bell

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