Alice Rose - Each Is A Dream - Cover
Große Ansicht

Alice Rose Each Is A Dream


  • Label: Manual Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Übersimpler Pop, der viel zu selten sein Potential aufblitzen lässt.

Eigentlich ist „Each Is A Dream“, das inzwischen vierte Album der gebürtigen Dänin, bereits im November 2013 erschienen. Deutschland zieht knapp acht Monate später nach. Dafür veröffentlicht Alice Rose, die dieses Werk teilweise per Crowdfunding-Kampagne finanziert hat, nun als Deluxe Version. Für die Wahl-Kölnerin definitiv ein Grund zum Feiern. Für alle Fans von Popmusik im Stile von A Fine Frenzy oder MoZella zu gewissem Grad auch.

Frau Rose liefert ein zuckersüßes Popwerk ab, mit Ukulele, sommerliche Glückseligkeit, trotz teils ernster Themen, und der einen oder anderen elektronischen Spielerei. Mit denen hält sich die Dame, die sonst unter dem Namen Tiger Rose Techno-Musik produziert, aber stark zurück. So sind es dann Streicher und Saiteninstrumente, die neben ihrer hohen Stimme dominieren. Das alles ist gut produziert, aber so sehr in Richtung Eingängigkeit getrieben, dass die ohnehin schon subtilen, sonst eigentlich schönen elektronischen Details, komplett am Hörer vorbeiziehen.

„Teardrops“ schafft es noch, eine akzeptable Balance zwischen simpler Gitarrenmelodie und zischenden, plätschernden Effekten zu finden, ist dabei aber die Ausnahme. Einen großen Beitrag zur Einfachheit leisten leider auch die Lyrics. „We all make mistakes, but if we try, we can work them out in the end“. So viel plakative Blauäugigkeit tut selbst unverbesserlichen Optimisten weh, hat aber auch sein Gutes: Kinder können super mitsingen, der Rhythmus und der Chor im Refrain laden zum Mitklatschen ein.

Es gibt aber auch intelligentere Wege, über Verzeihen und Wiedergutmachung zu singen. Die scheint Alice Rose in den seltensten Fällen wahrzunehmen, auch bei „So Hot“ oder „Father“ nicht. Die eingangs erwähnten Künstlerinnen können das besser. Schade eigentlich, denn es steckt durchaus Potenzial in der Musik. Alices Stimme ist alles andere als schlecht, ein gutes Gefühl für Produktion hat sie auch, selbst wenn das Genregleichgewicht beklagenswert ist. So sind es leider nur das minimalistische „Riot“, „Teardrops“ und der pianolastige Hidden Track „Late Bloomin'“, die aus 14 ansonsten durchschnittlichen Popsongs halbwegs herausragen.

Anspieltipps:

  • Teardrops
  • Riot

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Alice Rose“
comments powered by Disqus