Kina Grannis - Elements - Cover
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Kina Grannis Elements


  • Label: One Haven Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch ohne Social-Media-Hype, ein sehr schönes Songwriter-Pop-Album!

Die aus Orange County, Kalifornien, stammende Sängerin und Songschreiberin Kina Grannis (29) zählt schon seit Jahren zu den ganz großen YouTube-Phänomen, also zu der immer größer werdenden Gattung von Künstlern, die zwar Millionen Klicks mit ihren Videoclips erzielen, aus rein kommerzieller Sicht aber nur eine sehr kleine Rolle spielen. Kina Grannis ging sogar soweit, dass sie einen Vertrag mit dem Major Interscope Records ablehnte und dafür lieber kleinere Brötchen bei maximaler künstlerischer Freiheit backt.

In dieser Konstellation ist „Elements“ bereits das fünfte Werk, das die diplomierte Sozialwissenschaftlerin auf den Markt bringt. Es wurde von Matt Hales (Alex Clare, Paloma Faith, Lianne La Havas, Christina Perri, Leona Lewis, Birdy) produziert und setzt Grannis´ Stil fort, über sehr persönliche Themen zu schreiben und diese in leicht zugängliche Popmusik zu verpacken. Diese basiert auf akustische Arrangements, die auf großes Brimborium verzichten und Kina Grannis´ Stimme sowie ihre Geschichten in den Vordergrund stellen. Und das ist wahrlich gut so! Denn nur ohne ablenkendes „YouTube, Twitter, MySpace, Facebook“-Gedöns und mit der alleinigen Konzentration auf die Musik, kann sich entscheiden, ob Kina Grannis lediglich ein Klick-Phänomen bleibt oder dem klassischen Songwriter-Pop-Fach mit ihrer Kunst zuträglich ist.

Nach mehrmaligem Hörgenuss von „Elements“ muss attestiert werden, dass Kina Grannis tatsächlich Emotionen und Gefühle mit ihren ausnahmslos selbst geschriebenen Stücken transportieren kann. Sie komponiert bezaubernde Melodien („Winter“, „My dear“, „Maryanne“), sie besitzt eine wirkungsvolle Stimme („The fire“, „Oh father“) und sie verzichtet auf produktionstechnischen Schnickschnack, der ihre Songs ohnehin nur verwässern würde. Daraus resultieren Schönheiten, die in ihrer eleganten Schlichtheit an die frühe Jewel erinnern („My dear“, „Throw it away“, „Winter“).

Schau an: Es geht also doch, auch ohne Social-Media-Hype nachhaltig zu überzeugen. Denn „Elements“ funktioniert ganz ohne Videos, Tweets und Likes, bei denen sich die vermeintlichen Fans wichtiger nehmen als den Künstler selbst. Deshalb sollten geneigte Hörer all diesen Mist ausblenden, zum Kern der Sache zuwenden und einfach nur ein sehr schönes Songwriter-Pop-Album genießen.

Anspieltipps:

  • Winter
  • My dear
  • Maryanne
  • Forever blue
  • Throw it away
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