Lust For Youth - International - Cover
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Lust For Youth International


  • Label: Sacred Bones/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„International“ verdient sich die Bemerkung: „Wenn Ihnen dieses Album gefiel, könnte Sie Depeche Mode interessieren“.

Das schwedische Duo Lust For Youth schwimmt auf einer Welle. Sie tanzen den angenehmen Indie-Party-Rausschmeißer-Walzer und tun dafür nicht viel mehr als nötig. Das neue, angesagte Ding zu sein, scheint der Band von Beginn an fremd. Zu vertraut sind die verwaschenen Gitarren, der hallende Gesang und die quietschend bunten Synthesizer. So richtig abgehen wird zu Tracks wie „Ultras“ und „Epoetin Alfa“ niemand, doch ätherisch aus dem Laden wanken lässt sich zu Klängen dieser Sorte allemal.

Abgesehen vom italienischen Spoken-Words-Song „Lungomare“ halten sich die Schweden von Lounges und Experimenten überhaupt fern. Ihr Sound ist locker leicht und in Fällen wie „Ultras“ sogar zu kernlos geraten. Solche Schwächen werden besonders dann offenkundig, wenn sich berechtigte Vergleiche mit Depeche Mode anbieten. Schafft es die Band in Liedern wie „Armida“ und dem Titelsong, die Regenbogentöne aus dem PC mit dunklen Konterparts zu ergänzen, dann beginnt man tatsächlich, sich in dieser Art von Popmusik zu verlieren. So richtig stark klingt das auf „International“ zwar noch selten, aber wenn „Basorexia“, „Armida“ und „International“ aus den Boxen tönen, bleiben keine Indietronic-Wünsche offen.

Dagegen steht zwar leider noch zu viel Mittelmaß, doch der Nachweis des Potenzials stimmt schon einmal positiv. Lust For Youth können, wenn sie wollen. Sie wollen zwar scheinbar rein im ruhigeren Bereich angesiedelt werden, doch auf genau diesem Terrain deuten sie auch ihre Klasse an. Es ist zudem schwer, für mehr Experimente zu plädieren, wenn ausgeflipptere Nummern wie „Running“ ebenfalls im soliden Mittelmaß anzusiedeln sind. Doch selbst ohne Stilwechsel sollten sich die Skandinavier ein wenig von all den hohen Tönen verabschieden, da ihre Musik einen weitaus ausgeglicheneren und stimmigeren Eindruck macht, wenn der Dark Pop zumindest seine Zähne zeigen darf. Dann darf auf einem Nachfolger ein Lied der Marke „Armida“ nicht als lobenswerter Höhepunkt, sondern als Antreiber einer starken Platte betitelt werden.

Anspieltipps:

  • Armida
  • Epoetin Alfa
  • International

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