Billy Joel - A Matter Of Trust: The Bridge To Russia - Cover
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Billy Joel A Matter Of Trust: The Bridge To Russia


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 86 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Wiederveröffentlichung der Leningrad-Konzerte aus dem Jahr 1987. Auf DVD/Blu-ray leider wieder nicht vollständig.

Als erster amerikanischer Musiker ging Billy Joel im Juli und August des Jahres 1987 auf eine Tournee durch die Sowjetunion. Joel promotete sein aktuelles Album „The Bridge“ (07/1986) und spielte dazu sechs Konzerte in Moskau, Leningrad und Tiflis, der jetzigen Hauptstadt Georgiens. Dabei wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Sowjetunion ein Rockkonzert im Radio übertragen, obwohl Billy Joel mit „The times they are a-changin“ (Bob Dylan) und „Back in the U.S.S.R.“ (The Beatles) zwei Cover-Songs im Programm hatte, die ob ihrer Zweideutigkeit Probleme hätten bereiten können.

Mit seinen Auftritten in der Sowjetunion verdiente Billy Joel nach eigenen Angaben kein Geld. Vielmehr legte er aus eigener Tasche noch eine Million Dollar drauf, um die Konzertreise zu realisieren. Allerdings sollte sich Joels kühne Vorausleistung durch die Einnahmen des nur wenige Monate nach seiner Reise in den Ostblock veröffentlichten Live-Albums nebst VHS-Kassette „Концерт - Live From Leningrad“ (10/1987) wieder amortisiert haben.

Leider beschränkte sich die damalige Veröffentlichung sowohl als Bild-Mitschnitt wie auch auf Doppel-Vinyl und CD auf eine Zusammenfassung der Leningrad-Konzerte, für die 16 Songs ausgewählt wurden. Tatsächlich wurden weit mehr Stücke gespielt, die nun für die Neuauflage von „Концерт“ unter dem Titel „A Matter Of Trust: The Bridge To Russia“ ausgegraben wurden und entweder als Doppel-CD, DVD/Blu-ray oder Deluxe Box-Set mit allen Konfigurationen erworben werden können.

Je nachdem, ob sich der Käufer für die Doppel-CD oder einen Bildträger entscheidet, stehen jetzt zwischen sechs (DVD/Blu-ray) und zwölf bis dato unveröffentlichte Tracks mehr zur Verfügung. Dazu wurde das gesamte Ton- und Bildmaterial digital remastert, wobei das Maximum ein reiner Stereo-Sound ist, den eine gute Anlage jedoch in einen „falschen“ Raumklang umwandeln kann. Bild und Ton sind somit im Anbetracht des Alters der Aufnahmen in Ordnung, wenn auch nicht zu 100% synchron zueinander. Das ist richtig ärgerlich!

Musikalisch besteht die vorliegende DVD/Blu-ray aus einem Greatest-Hits-Programm mit 17 Songs, das Billy Joel am Bühnenrand am Piano sitzend oder stehend oder wild über die Bretter turnend vorträgt. Die Stücke unterscheiden sich dabei in ihrer Darbietung nicht großartig von den Studioversionen, wobei das nur die allerwenigsten Konzertbesucher in Ermangelung der Originalalben bemerkt haben dürften. Billy Joels Ansagen werden dem Publikum von einem Dolmetscher ins Russische übersetzt, wobei das Publikum angehalten ist, nicht zu sehr auszurasten, um einer Entfernung durch soldatische Hilfskräfte zu entgehen. Dabei fällt auf, dass das russische Publikum rockige Klänge bevorzugt („A matter of trust“), unmittelbar am Bühnenrand steht und damit jederzeit nach den Musikern greifen kann. Heutzutage ist das bei einem Konzert eines Topstars fast unvorstellbar.

Damit ist die „A Matter Of Trust: The Bridge To Russia“-DVD/Blu-ray, abgesehen von einigen Schönheitsfehlern, ein hübsches Nostalgie-Produkt, das allein deshalb den Kauf rechtfertigt, weil dem Betrachter die 80er Jahre wieder in den Sinn kommen, die von Billy Joel und seiner Band optisch mit Sakkos mit aufgekrempelten Ärmeln, dazu Jeans, Turnschuhe, dunkle Ray-Ban Wayfarer Sonnenbrillen sowie schrecklichen Fönfrisuren verkörpert werden.

Anspieltipps:

  • Honesty
  • Allentown
  • Uptown girl
  • The longest time
  • Goodnight Saigon
  • Only the good die young
  • It’s still rock’n’roll to me
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