George Ezra - Wanted On Voyage - Cover
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George Ezra Wanted On Voyage


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein 21-jähriger Brite mit einem gelungenen Album, das noch nicht fixiert, wohin sich der Newcomer stilistisch entwickeln wird.

Eigentlich hatte George Ezra Barnett (21) ein ganz normales Studium am Institute Of Modern Music in Bristol geplant. Das war im Jahr 2011. Doch schon bald stellte sich heraus, dass der Teenager aus dem 28.000-Einwohner-Städtchen Hertford nicht wirklich einen Hochschulabschluss als studierter Songschreiber benötigt, um sein Talent zu untermauen. Columbia Records nahm den Teenager unter Vertrag und bereits mit seinen ersten veröffentlichten Songs auf der „Did You Hear The Rain?“-EP (10/2013) wuchs europaweit das Interesse an dem jungen Sänger und Songschreiber aus England.

Mit der Single „Budapest“ (06/2014) landete Ezra seinen ersten kommerziellen Hit. Der Song platzierte sich in den Top 10 der wichtigsten Charts Europas (darunter ein dritter Platz in Deutschland), obwohl dieser nicht irgendwelchen Hypes hinterherläuft – also weder auf verschachtelten Dubstep macht, noch einen Rapper featured oder mit einem Breitwandarrangement auf die Sahne haut. Es ist schon erstaunlich: Da kommt ein junges Milchgesicht aus England, das mit Folk, Blues, Soul, Country und Pop hantiert und damit einen Nerv trifft. Dabei ist der von Mumford & Sons ausgelöste Folk-Boom doch schon wieder vorbei.

Ezras Debütalbum „Wanted On Voyage“ bleibt dem Stil von „Budapest“ treu. Es wurde von Cam Blackwood (u.a. Paolo Nutini, We Are Scientists, Take That, Florence + The Machine) produziert und setzt bis auf ein paar Loops, einer Beatbox und Vintage-Keyboards auf durch und durch handgemachte Musik. Schließlich ist „Wanted On Voyage“ auch das Ergebnis von ausgiebigen Reisen, die George Ezra zu seinen Songs inspiriert haben. Und mit einer Akustikgitarre reist es sich einfach besser, als mit einem Stall elektronischer Musikgeräte.

So geht Ezras Reise über Bristol nach Budapest, Barcelona, Amsterdam, Paris, Malmö, Wien, Mailand, Kopenhagen und zurück. Dazu singt er mit tiefer Soul-Blues-Stimme, die man einem 21-Jährigen nicht unbedingt zuschreiben würde, von seinen Erlebnissen. Dabei gelingen dem Newcomer neben Hits wie „Budapest“, „Cassy O‘“, „Breakaway“, „Da Vinci riot police“ und „Did you hear the rain?” weitere überdurchschnittliche Stücke, die deutliche Einflüsse des späten Johnny Cash offenbaren („It’s just my skin“) und unter Umständen Anzeichen dafür sind, wohin sich der Brite entwickeln wird. Denn am Ende dieses gelungenen Debüts stellt sich die Frage, wohin die musikalische Reise George Ezras führen wird. Wird er der nächste Schlagerfuzzi wie James Blunt oder ein ernstzunehmender Musiker wie Bob Dylan?

Anspieltipps:

  • Cassy O‘
  • Budapest
  • Breakaway
  • It’s just my skin
  • Spectacular rival
  • Did you hear the rain?
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