Die Antwoord - Donker Mag - Cover
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Die Antwoord Donker Mag


  • Label: Zef Recordz/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Total abgefahrener HipHop, Rap, Electro und Rave aus Südafrika.

Das südafrikanische Künstler-Duo Anri du Toit alias „Yolandi Visser“ (30) und Watkin Tudor Jones alias „Ninja“ (39) zählt zu den wohl abgefahrensten Acts der jüngeren Musikgeschichte. Die Band setzt sehr stark auf Optik, was sich in ihren Videos, Plattencovern und Live-Auftritten äußert, und präsentiert auf musikalischer Seite ein wilde Mischung aus HipHop/Rap, Electro und Rave. Ihre Texte sind selten jugendfrei und politisch zum Teil grenzwertig. Ein echtes Happening also, aber für Major-Plattenfirmen in etwa so kontrollierbar wie ein Haufen Flöhe.

Denn bei all dem coolen Aktionismus der Band, wurde in den Manager-Meetings ihres ehemaligen Majorlabels sicherlich auch mal die Frage aufgeworfen, ob der Begriff „Kunst” eigentlich von „kostenlos” abstammt. Denn wenn man sich verinnerlicht, dass die Die-Antwoord-Videos im Internet mehr als 130 Millionen Klicks eingefahren haben, die Musik dagegen weltweit nur etwas mehr als 500.000 Käufer gefunden hat, dann war das vermutlich auch ein Grund dafür, dass die Ehe mit Interscope Records nur kurz hielt, auch wenn Die Antwoord die Trennung mit fehlender künstlerischer Freiheit und Einmischung in Künstlerische Belange begründet haben.

Dieses Begehren der Plattenfirma lässt sich gut nachvollziehen. Denn Die Antwoord sind durchaus in der Lage, eingängiges Material abzuliefern, das auch als Singleauskopplung Chancen in den Charts hätte, selbst wenn Fräulein Visser ihrer Helium-getränkten Micky-Maus-Stimme treugeblieben ist. Diese spaltet nachwievor die Meinungen, auch wenn ein Titel wie „Ugly boy“ im Grunde besagte Charttauglichkeit mitbringt. Doch Die Antwoord wollen Spaß haben und keine Auftragshits abliefern. Und so ist schon der dritte Streich des Albums, „Happy go sucky fucky”, ein irrsinniger Techno-Stampfer, der mit Kraftausdrücken um sich wirft und die Leute auf den Dancefloor treibt.

Die Antwoord lieben es, zwischen den Extremen hin und her zu springen und das Ganze wie einen Film oder eine Art Hörspiel aufzubereiten. Das geht nicht ohne Anstrengung am Konsumenten vorüber. Denn allein der Sprach-Mix aus Afrikaans und Englisch in Verbindung mit den verfremdeten Stimmen und dem verschwenderischen Gebrauch des Wörtchens „Fuck“, ist eine hohe Hürde. Dem entgegen stehen ein paar wirklich herausragende Party-Tracks und eine augenzwinkernde Koketterie mit dem Afrikaans-Akzent, aber auch einige Durchhänger, die bei dieser Song-Vielzahl entschuldbar sind, doch am Ende ein überragendes Album klar verhindern.

Anspieltipps:

  • Sex
  • Ugly boy
  • Moon love
  • Pitbull Terrier
  • Raging zef boner
  • Happy go sucky fucky
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