Jennifer Lopez - A.K.A. - Cover
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Jennifer Lopez A.K.A.


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Cover von „A.K.A.“ ist ne Wucht. Photoshop sei Dank! Ach, hier geht es um Musik? Entschuldigung, gar nicht gemerkt.

Die Frage muss erlaubt sein: Was zum Geier treibt Jennifer Lopez auf der Eröffnungsfeier der diesjährigen Fußball-WM in Brasilien? Hat das Land nicht genügend eigene Künstler oder wird der 44-jährigen Diva immer noch so viel musikalische bzw. optische Strahlkraft zugetraut, dass sie neben der brasilianischen Sängerin Claudia Leitte zu „We are one (Ole Ola)“ auf der Bühne herum hüpfen muss – den 27-Millionen-Dollar-Hintern immer brav in die Kamera haltend? Scheinbar nicht.

Geschrieben wurde „We are one (Ole Ola)“ von einem gewissen Armando Christian Pérez, besser bekannt als Rapper Pitbull (33), der eben jener Jennifer Lopez mit dem simplen Ballermann-Stampfer „On the floor“ im wahrsten Sinne des Wortes den Hintern rettete und sie zurück an die Chartspitzen führte. Das ist nun drei Jahre und zwei Alben („Love?“ und „Dance Again... The Hits“) her. Doch La Lopez wird nicht müde, dem neuentdeckten Erfolgsrezept in Verbindung mit einer Rückbesinnung auf R&B- und HipHop-Sounds weiter hinterherzurennen und bringt mit „A.K.A.“ ihren mittlerweile zehnten Longplayer auf den Markt.

R&B und HipHop/Rap? Für das Mädchen aus der Bronx mögen dies die musikalischen Wurzeln sein, die es freilich nur mit reichlicher Unterstützung diverser Musiker aus dem Black-Music-Sektor umsetzen kann. Die dünne Gesangsstimme von J.Lo assoziiert jedenfalls niemand mit diesen Genres. Also geben sich auf „A.K.A.“ Kollegen wie Nas, T.I., French Montana, Rick Ross, Pitbull und Iggy Azalea die Klinke in die Hand, um ein „Back to the roots“-Feeling zu reproduzieren. So richtig will dies aber nicht klappen.

Mit einer Vielzahl Balladen und R&B-Tracks, die Jennifer Lopez grundsätzlich in zu hoher Stimmlage singt („A.K.A.“, „Same girl“, „Expertease“), schleppt sich das Album durch seine unverschämt kurze Spielzeit von 36 Minuten (wer mehr möchte, muss zur Deluxe-Ausgabe greifen). Dabei setzt Jennifer Lopez zwar auf eine beachtliche Menge an Produzenten, die aber bis auf wenige Ausnahmen eher zur zweiten Liga zählen. So erklärt sich auch der bescheidene Sound, der um die fetten Beats herum gebaut wurde.

Das „On the floor“ auf „A.K.A.“ hört auf den Namen „Booty“ und entspricht exakt der Vorstellung, die der Titel suggeriert: Extra-dicke Bässe, ein sau-dämlicher Text und ein kurzer Rap von Pitbull, laden Schwingen der Hintern und Nachfüllen der Sangria-Eimer ein. Nicht weniger neben der Spur eiert das Elektro-Geballer in „Tens“ und das völlig deplatzierte Bass-Pumpen in „Troubeaux“. Da hat wohl jemand eine ganz merkwürdige Vorstellung davon, wie R&B und HipHop anno 2014 funktionieren.

So muss am Ende mit „Never Satisfied“ ist waschechter Popsong retten, was eigentlich nicht zu retten ist. Die klassische Ballade geht mit ihrem Breitwandrefrain und den wummernden Bässen sofort ins Ohr, auch wenn der Titel keinerlei eigene Identität aufweisen kann und genauso von Miley Cyrus, Katy Perry oder Taylor Swift gesungen sein könnte. Dennoch gaukelt zumindest dieser Song eine Hochglanzproduktion vor, die hinter ihrer Fassade nichts weiter als heiße Luft ist.

Anspieltipps:

  • A.K.A.
  • First love
  • Never satisfied
  • Acting like that
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