Jim Stapley - Long Time Coming - Cover
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Jim Stapley Long Time Coming


  • Label: Absolute/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Seitdem er 17 Jahre alt war, lebt er seinen Traum. Trotz seiner Jugend klingt Jim Stapley schon erfahren wie ein Alter. Der Rock`n`Roll hat ein neues Wunderkind.

Der gute alte handgemachte Hardrock ist nicht tot zu kriegen. Und Jim Stapley gehört zu seinen traditionsbewussten, hemdsärmeligen Vertretern, ganz im Geiste solcher Ikonen wie Rory Gallagher. Er ist ein akzentuierter, kräftiger Sänger vom Format eines Paul Rodgers zu Zeiten von Bad Company. Zur Erinnerung: Das war die Formation, die in den 70er-Jahren unter anderem aus der Asche der Blues-Rocker Free hervorgegangen war. Free wiederum hatten 1970 mit „Alright Now“ einen massiven Hit, der heute aus dem Classic-Rock-Radio nicht mehr wegzudenken ist.

Mit Bad Company verbindet Jim Stapley auch der packende Schwung, der den Hörer beim Opener „No Good Reason“ seines neuen Albums „Long Time Coming“ in Empfang nimmt und in abgeschwächter Form auch beim geschmeidigen „Laid To Waste“ überzeugt. „Hurricane“ geht dann wohl als sogenannte Rock-Ballade durch. Viel zu dick aufgetragenes Pathos zeigt, dass dieser Stil nicht zur Kernkompetenz von Jim gehört. In die gleiche Schmalz-Falle tappen auch „My Own Worst Enemy“ und „Grey Matter“. Es ist bisher nicht überliefert, ob er sich selber für diese Ausrutscher stark gemacht hat oder ob die Arrangements eine Empfehlung von Produzent Tony Visconti waren. Genau dieser Tony Visconti, der grade das erfolgreiche Überraschungs-Comeback seines alten Schützlings David Bowie begleitet hat, führt auch hier Regie.

Dass er Feingefühl auch überzeugend rüberbringen kann, beweist er mit „Heartstrings“, einer bedächtigen Nummer in der Tradition des frühen Rod Stewart sowie mit dem rootsigen „New Religion“. Dieser Song steigert sich in der verausgabenden Art des jungen Joe Cocker zu einem furiosen Ende.

Jim Stapley ist richtig stark, wenn er das Tempo etwas anzieht. Der lockere Folk-Rock „Made Of Stone“ und der Mid-Tempo-Gospel-Rock „Breaking Out“ sind gute Beispiele für zu ihm passende Songs. Er ist ein aufstrebender Musiker aus Manchester, der nicht nach dem Nordwesten Englands, sondern nach dem Süden der USA klingen kann. Er braucht einen Background aus Soul, Blues und Southern-Rock, um seine Talente voll entfalten zu können. Mit Mainstream-Balladen und Stadion-Rock ist er unterfordert, aber unter einer einfühlsamen Leitung hat er bestimmt noch eine große Karriere vor sich.

Anspieltipps:

  • No Good Reason
  • Laid To Waste
  • Made Of Stone
  • Breaking Out

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