Pink Floyd - The Division Bell (20th Anniversary Edition) - Cover
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Pink Floyd The Division Bell (20th Anniversary Edition)


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Geliebt und gehasst: Das letzte Studiowerk von Pink Floyd in einer monströsen Jubiläumsausgabe.

Vor etwas mehr als 20 Jahren erschien mit „The Division Bell“ (03/1994) das bis dato letzte Studioalbum von Pink Floyd. Es ist das 14. Studiowerk der britischen Art-Rock-Pioniere. Der Longplayer verkaufte sich überall auf der Welt wie geschnitten Brot und bestimmte über Monate das Geschehen in den Charts. Er erreichte in allen wichtigen Ländern den ersten Platz der Hitparade und verkaufte mehr als 12 Millionen Einheiten. Und das, obwohl weite Teile der Presse kein gutes Haar an dem Werk ließen, das überwiegend auf die Kappe von David Gilmour (Gesang, Gitarre) und Richard Wright (Keyboards) ging.

Das ehemalige Pink-Floyd-Mitglied Roger Waters (70) schäumte vor Wut wegen der angeblich mangelnden Qualität von „The Division Bell“. Andere warfen der Band vor, sich selbst zu plagiieren und mit Zitaten aus „The Dark Side Of The Moon“ (03/1973), „Wish You Were Here“ (09/1975) und „The Wall“ (11/1979) um sich zu werfen. Dem Publikum schien das Album nach sieben Jahren Wartezeit nach dem durchschnittlichen „A Momentary Lapse Of Reason” (09/1987) dennoch zu gefallen.

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Die Aufnahmen zu „The Division Bell“ fanden auf Gilmours Hausboot „The Astoria“, in den Britannia Row sowie in den Abbey Road Studios in London statt. Anders als früher lag dem Album kein grundlegendes inhaltliches Konzept zugrunde, wobei die lose Thematik „Sprache und Kommunikation“ hier und da in den Vordergrund rückte („Lost for words“, „Keep talking“). Musikalisch ging der Lauf der Zeit auch an Pink Floyd nicht vorüber. Zu den psychedelischen und stark progressiven Anfängen aus den 60er Jahren hatten sich inzwischen poppige Strukturen hinzugesellt, die sich in Breitwandmelodien („What do you want from me“), relaxten Akustik-Arrangements („Poles apart“) sowie Songs mit Chor- und Orchesterunterstützung („A great day for freedom“) äußerten.

Ansonsten setzten Pink Floyd auf „The Division Bell“ stark auf den Faktor Atmosphäre, die insbesondere durch das Gitarrenspiel David Gilmours erzeugt wurde. Doch mit der Entscheidung in Richtung Pop und gegen progressive Strukturen konnten es die Briten nicht allen recht machen. Denn gerade mit Songs wie „Marooned“, „Wearing the inside out“ oder auch „High hopes“ lieferte das Trio David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright Beispiele für maximal gediegene Relax-Stimmung ab, die dem einen oder Fan der ersten Alben viel zu seicht war. Songs wie „Take it back“ und „Coming back to life“ sind sogar reinrassige Popstücke, die sich gar nicht erst darum bemühen, auf irgendeine Weise vertrackt oder psychedelisch zu klingen.

So mag es etwas verwunderlich sein, dass der 20. Jahrestag dieses Albums mit einem ähnlichen Brimborium gefeiert wird, wie die Wiederveröffentlichungen von „The Dark Side Of The Moon“, „Wish You Were Here“ und „The Wall“ in den kiloschweren, monströsen „Immersion Box-Sets“. Dabei ist die „The Division Bell“-Box sogar noch voluminöser als ihre drei Vorläufer! Denn neben dem Originalalbum als 2011er Remix-Version auf CD, enthält die schwere Kiste folgenden Inhalt:

  • Doppel-LP Originalalbum, 2014 für die Vinyl-Edition auf Grundlage der Original-Analogbänder remastert. Zum ersten Mal mit allen Tracks in voller Länge.
  • Blu-ray (bisher komplett unveröffentlicht) - Video von 2014 zu „Marooned“, gedreht von Aubrey Powell mit Stereo- und 5.1 Audio Soundtracks - 5.1 Audio-Mix von „The Division Bell“ von Andy Jackson in 96khz/ 24-bit-Auflösung, HD Audio-Stereomix von „The Division Bell“ von James Guthrie in 96khz/ 24-bit Auflösung.
  • Rote 7” Vinyl-Single „Take it back (Edit)” / „Astronomy Domine (Live)” in Bildhülle.
  • Transparente 7” Vinyl-Single „High hopes (Edit)” / „Keep talking (Edit)” in Bildhülle und Postertasche.
  • Blaue 12“ Vinyl-Single „High hopes” / „Keep talking” / „One of these days (Live)” mit Laser-geätztem Design auf der Rückseite und Bildhülle.

So viel Material macht ein bestenfalls solides Pop/Rock-Album wie „The Division Bell“ natürlich nicht besser. Aber echte Freaks und Sammler werden gewiss ihre helle Freude daran haben, diese große Wunderkiste zu ergründen, erstmalig den 5.1 Audio-Mix auf Blu-ray zu genießen und die fette Kiste anschließend ins Regal zu wuchten, wo sie ab sofort einen netten Blickfang abgibt.

Anspieltipps:

  • High hopes
  • Poles apart
  • Take it back
  • Coming back to life
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