Manfred Groove - Von Nichts - Cover
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Manfred Groove Von Nichts


  • Label: Rummelplatzmusik
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nah an den Wurzeln des HipHops und mit nicht viel mehr als einer Handvoll Loops und unterhaltsamen Texten bewaffnet, versuchen sich die Neulinge auf deutschem Rap-Terrain.

HipHop ist und bleibt die eine Sorte von Musik, die weiterhin auf Deutsch produziert werden darf, ohne dass es uncool ist. Wortakrobaten steigen zu Wortaristokraten auf und verdienen mit ihren Reimen Respekt anstatt Hohn. Ob Manfred Groove auch mit Udo-Lindenberg-Stiftung im Nacken cool sind, muss die Szene für sich selbst entscheiden. Auch wenn das Duo vom eigenen Titel her „Von Nichts“ zu erzählen scheint, kann sein sehr minimalistisch aufgenommenes Album gerade mit dessen Texten punkten. Das ist aber auch bitter nötig, da die Manfred'sche Sicht des HipHop sich auf das Wesentliche zu reduzieren sucht.

Die Texte sind weitestgehend unterhaltsam, die Reime größtenteils flüssig. Hier und da stolpern die Nachwuchskünstler noch über den Flow, was besonders durch die wenigen und zurückhaltenden Beats schnell offenkundig wird. Einige Sprichwörter werden fäkal und ohne große Hintergedanken als Sprungbrett genutzt, um im nächsten Moment geschickt Pop-Kultur und die Unsinnigkeit der Rezitation dieser zu nutzen. Frei nach dieser Achterbahn möchte man zwar nicht gleich von Genie und Wahnsinn sprechen, aber dumpf und intelligent wechseln sich als Attribute doch regelmäßig ab.

Am Ende der guten Dreiviertelstunde erzählen uns Manfred Groove auch wirklich nichts Neues. Das haben Seeed mit ihrer ersten Platte zwar auch nicht getan, doch sie legten einen völlig neuen Maßstab für deutschen Dancehall-Reggae und HipHop an. Manfred Groove hingegen besinnen sich auf alte Tugenden und beweisen bis auf ein paar Aussetzer, dass deutscher HipHop auf basaler Ebene gut funktionieren kann. Die Texte selbst drehen sich recht erfrischend um das Nichts des Alltags, sodass trotz weniger neuer Inhalte eine noch recht unbenutzte Sichtweise durch die Rap-Brille möglich wird. Das unterhält und lässt Nicht-Hopper wie Kenner der Szene locker werden, auch wenn dieses Debüt für Zwischendurch gemacht wurde und mit seiner unauffälligen Art nicht auf Dauer bleiben wird.

Anspieltipps:

  • Vom Aussterben
  • Vom Ichsein
  • Vom Erwachsenwerden

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