Glass Animals - Zaba - Cover
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Glass Animals Zaba


  • Label: Fontana/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das definitive Ergebnis von drei Jahren Arbeit. Der Album-Auftakt der Engländer lässt keine Wünsche offen.

Drei EPs haben im Verlauf von drei Jahren auf Glass Animals' Debütalbum vorbereitet. Drei Songs haben es von einer EP auf das vorliegende Werk geschafft. „Cocoa Hooves“, der älteste im Bunde, wurde dafür neu aufgenommen. „Zaba“ heißt der Longplayer des Quartetts aus England. Es ist nach dem Kinderbuch „The Zabajaba Jungle“ benannt und versprüht der Anlehnung entsprechend exotische Klänge. Das zusätzliche Artwork von „Zaba“ unterstreicht die Stimmung: Eine Frau und ein Mann auf Teppichen, beide nackt, fügen sich mit ihrer blau bis braun schimmernden Haut ein in eine in Lila-, Rot- und Grüntönen getauchte, surrealistische Dschungelwelt aus Tropenpflanzen, Tieren und wissenschaftlich-antikem Symbolismus.

Insofern ist „Zaba“ die konsequente Fortführung des Stils, den die Jungs mit den Vorveröffentlichungen der Vorjahre schon für sich entdeckt hatten. Naturgebundenheit war schon immer ein großes Thema, das sich in organischem Sound, psychedelischem Cover-Art und Musikvideos widergespiegelt hat. Die resultierende Exotik, die biophile Weirdness, steht der Band auch nach wie vor gut zu Gesicht.

Es ist eine stimmungsvolle Mischung aus traditionellen Instrumenten, elektronischer Produktion und mal schleppenden (bspw. „Black Mambo“), mal schnelleren Rhythmen („Pools“). Gerade die höheren Tempi sind eine Neuerung gegenüber der zuvor eher ruhigen Musik von Glass Animals. Das Albumformat gibt ihnen außerdem den Raum, das Hauptthema noch mehr in den Vordergrund zu stellen, sei das durch Zwischenspieler wie „Intruxx“ oder von Tiergeräuschen getragene Songübergänge. Zwischendurch ertönt Vogelgezwitscher, ein Rascheln, Trommeln, Plätschern. Darüber immer noch David Bayleys gefühlvolle Stimme, die kryptische Lyrics von sich gibt und gerade in „Gooey“ neben einem blubbernden Bass besonders gut zur Geltung kommt.

Glass Animals haben sich hörbar weiterentwickelt. Die Produktion ist noch raffinierter als auf der letzten EP, verspielter doch zugleich pointierter. „Toes“ ist ein schönes Beispiel für einen Track, der alles zusammenbringt, für das die Band steht, ohne überladen zu klingen: eine dominante Bassline, elektronisches Gefrickel und psychedelische Gitarre. Die Produktion bei „Wyrd“ ist ebenso definiert, schlägt aber mit einem starken HipHop-Fokus einen eher untypischen Weg ein, die sich hören lassen kann. Gleiches gilt für das eher loungige „Jdnt“.

Eine starke, definitive Fortsetzung zu einem ohnehin schon großen EP-Auftakt. „Zaba“ ist hoffentlich nicht das Ende der steten Linie der Weiterentwicklung, die Glass Animals seit 2012 verfolgt haben. Doch es würde wahrscheinlich niemanden stören, wenn es das doch wäre. Denn dafür klingen sie schon zu gut.

Anspieltipps:

  • Black Mambo
  • Gooey
  • Toes
  • Wyrd
  • Jdnt

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