RiFF-RAFF - NEON iCON - Cover
Große Ansicht

RiFF-RAFF NEON iCON


  • Label: 300 Entertainment
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

US-HipHop/Rap anno 2014: Bewusst bescheuert.

Rap und insbesondere das Internet haben in den vergangenen Jahren eine neue Riege von Künstlern hervorgebracht, die in vielerlei Hinsicht nicht mehr dem gängigen Bild des Rappers entsprechen: Blackie, Mykki Blanco, Danny Brown. Im selben Atemzug zu nennen sind Childish Gambino, Clipping und Kitty, die das Spiel mit Popkultur, Reinterpretation von bekannten Rhymes und Nerd-Referenzen zum Markenzeichen dieser Generation gemacht haben.

Der wohl illustreste Charakter unter ihnen ist RiFF RAFF, dessen Attitüde, schlechter Freestyle und extravagantes Auftreten Journalisten und Künstlerkollegen regelmäßig vor Rätsel stellt. Er tätowierte sich anlässlich seines Auftritts in der Show „From G's to Gents“ ein großes MTV-Logo in den Nacken und benannte sich kurzfristig um in MTV RiFF RAFF. Trotzdem, wenn man seinem Umfeld glauben darf, steckt dahinter Prinzip. Eines, das er auf seinem Major-Debüt „NEON iCON“ konsequent fortführt.

Auf diesem profiliert er sich weiter als lebende Rap-Karikatur, die mit übertriebener Liebe für Versace, anderem Bling Bling, Basketball und überspitztem Slang ihr Ding durchzieht und zusammenhanglos von einem Thema zum nächsten springt. Im Intro mit Beasty-Boys-Vibe nimmt RiFF seine Fanbase und seine eigene Credibility auf die Schippe. Statt Kush oder Molly gibt’s „Kokayne“ in einem kraftvollen Track mit Rocksong-Parallelen. In „Wetter Than Tsunami“ kommen die Trap-Snares zum Einsatz, die für ihn eher typisch sind, ein bisschen Eigenlobhudelei und Bettquietschen.

Zwei Skits unterstreichen RiFF RAFFs manchmal leicht angestrengt wirkenden Versuch, komisch bzw. anders zu sein. In „Jody 3 Moons“ gibt er in seiner Jody-Highroller-Persona pseudo-philosophischen Mist von sich, der aber aufgrund esoterischen Flairs immerhin humoristischen Wert hat. Ähnlich der Bloomingdales-Skit, der sich mit viel Liebe als Kritik an der Abgehobenheit reicher Rapper interpretieren lässt. Oder auch nur als einer von RiFF RAFFs vielen inkohärenten Einwürfen.

Radiotauglich sind seine Songs nämlich allemal, mitreißend ebenso. Die Sample-Nutzung und Kooperation mit Childish Gambino in „Lava Glaciers“ klingt fantastisch, „Maybe You Love Me“ ist ein absoluter Ohrwurm, der Delfin-Einsatz und Mac Millers Betonung auf „Aquaberry Dolphin“ sind witzig und bescheuert zugleich. Tracks wie „Time“ und „Kokayne“ geben Einblick in RiFF RAFFs Country- und Rock-Ambitionen, die er in der Vergangenheit öfter angedeutet hat. Doch auch wenn „NEON iCON“ manchmal zu pseudo daherkommt. RiFF RAFF weiß was er tut, denn er findet die richtige Dosierung von Albernheit, Kritik und Pop.

Anspieltipps:

  • Kokayne
  • Lava Glaciers
  • Maybe You Love Me

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5/10

Carlo Cokxxx Nutten IV
  • 2019    
Diskutiere über „RiFF-RAFF“
comments powered by Disqus