Mark Olson - Good-Bye Lizelle - Cover
Große Ansicht

Mark Olson Good-Bye Lizelle


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Laurel Canyon Americana mit sonnigen Harmoniestimmen und feinsinnigen Melodiebögen.

Der Name Mark Olson ist natürlich eng mit der Band The Jayhawks verbunden, die 2011 mit „Mockingbird Time“ an ihre Großtaten der 80er- und 90er-Jahre anknüpften. Ende der Neunziger und in den Nullern arbeitete er wiederholt mit seiner damaligen Frau Victoria Williams zusammen. Dabei scharten sie vor allem unter den Namen The Original Harmony Ridge Creek Dippers und Mark Olson & The Creekdippers diverse Musiker um sich und veröffentlichten zumeist reduzierte Americana-Alben, wovon manche nur über einschlägige Mailorder-Shops zu beziehen waren, andere erschienen offiziell bei Glitterhouse Records.

Danach überzeugte der amerikanische Singer/Songwriter im Jahr 2007 mit „Salvation Blues“ und nahm im Folgejahr mit seinem kongenialen Jayhawks-Kollegen Gary LourisReady For The Flood“ auf. 2012 erschien „Many Colored Kite“ und nun ist Mark Olson wieder zum Label Glitterhouse zurückgekehrt und präsentiert „Good-bye Lizelle“, bei dem seine aktuelle Ehefrau Ingunn Ringvold als Sängerin und Multi-Instrumentalistin in Erscheinung tritt. Die Norwegerin hat bereits unter dem Künstlernamen Sailorine drei bemerkenswerte Alben herausgebracht.

Auf „Good-bye Lizelle“ spielten u.a. Neal Casal, Aaron Sterling (Liz Phair, William Fitzsimmons), Danny Frankel (u.a. K.D. Lang, Rickie Lee Jones) und Oystein Greni (von der norwegischen Band Big Bang) mit. Im Mittelpunkt jedoch steht die unverkennbare Stimme von Mark Olson, die herrliche Harmonieunterstützung von Ringvold erfährt. Es ist ein Genuss jenen sich aufschwingenden, gut gelaunten und positive Atmosphäre verbreitenden Duett-Stimmen zu lauschen.

Die Songs reihen sich wie Sonnenaufgänge aneinander, strahlen, lassen Glücksgefühle aufkommen und selbst jene nachdenklicher gestimmten („Running Circles“, „Heaven’s Shelter“, „Cherry Thieves“) werden von Moll- in Gelbtöne umgewandelt. Dabei weisen die Songs in Richtung des Laurel Canyon-Sounds der 70er-Jahre, lassen entfernt an Namen wie Graham Nash, David Crosby oder Chris Hillman denken. Wirklich retro wirkt das Ganze nicht, vielmehr leuchtet das Klangbild unverbraucht und frisch, ist jenem von Künstlern wie Israel Nash Gripka und Jonathan Wilson in der Herangehensweise nicht unähnlich.

Die entspannte Atmosphäre, das Laid Back-Gefühl, die wunderbar harmonierenden Stimmen und die fein gesponnenen Melodiebögen sind letztlich entscheidend für ein mehr als gelungenes Album, das eine neue Ära von Mark Olson einläuten könnte. Wenn dabei auch mal wieder ein Jayhawks-Album herausspringt, werden alle Americana-Anhänger jenes Lächeln (siehe Coverartwork), das auch „Good-bye Lizelle“ auslöst, kaum mehr aus dem Gesicht bekommen.

Anspieltipps:

  • Lizelle Djan
  • Heaven’s Shelter
  • Long Distance Runner
  • The Go-between Butterfly

Neue Kritiken im Genre „Americana“
Diskutiere über „Mark Olson“
comments powered by Disqus