Midge Ure - Fragile - Cover
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Midge Ure Fragile


  • Label: Hypertension-Music
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Moby und Schiller im Verbund, gelingt Midge Ure im wahrsten Sinne des Wortes kein großes Kunststück.

Nach seinem Cover-Album „10” (10/2008) und der vorübergehenden Reunion seiner Band Ultravox, aus der das Studioalbum „Brilliant“ (05/2012) hervorging, ist der schottische Sänger und Songschreiber Midge Ure (60) jetzt wieder solo unterwegs. Mit „Fragile“ legt der Grammy- und Brit-Award-Gewinner das erste Album mit neuen eigenen Songs seit mehr als zehn Jahren vor. Das zeigt, dass Midge Ure nie auf der faulen Haut liegt. Denn wenn er mal nicht auf Tour ist oder ein neues Live-Album auf den Markt bringt, tüftelt er an neuen Stücken, was wie im Fall von „Fragile“ ein langwieriger Prozess sein kann. Denn einfach nur so ein Album auf den Markt bringen, weil es mal wieder an der Zeit zu sein scheint, ist nicht sein Ding.

Wenn Midge Ure ein neues Werk vorstellt, stellen sich seine alten Fans, die schon auf Visage, The Rich Kids und Ultravox schwörten, regelmäßig die Frage, wie der Schotte seine musikalischen Einflüsse der Vergangenheit, die im New Wave und Elektro-Pop beheimatet sind, in seine aktuelle Kunst integrieren wird. Schließlich hat Midge Ure in den 70er und 80er Jahren so manchen Hit fabriziert, der auch heute noch nachhallt. Doch um es vorweg zu nehmen: Auf „Fragile“ hat er es nicht auf Singlehits abgesehen. Unter anderem im Verbund mit seinem Kumpel Moby (48) entstanden zehn zumeisst sphärisch-ruhige Progressive-Popsongs, die im Ohr des Hörers viel Zeit zum Gedeihen benötigen.

Nichtsdestotrotz mutet die Art von Popmusik, die Midge Ure anno 2014 kreiert hat, ein wenig nostalgisch an, wenn in „Become“ ein Beat zu zirpenden 80s-Keyboards stampft oder wenn in „Star crossed“ weinerliche Gitarren mit dramatischem Falsettgesang und einem pappigen Drum-Computer gepaart werden. Auch mit der Hilfe von Christopher von Deylen alias Schiller in „Let it rise“ wird es nicht moderner. Allenfalls steigt der Ambient-Charakter dadurch an, die Relevanz der Musik dagegen nicht.

So dümpeln viel zu lange Stücke wie „Wire and wood“ (7 Minuten) trotz Orchester-Unterstützung aus der Konserve oder auch „Dark, dark night“ (6 Minuten) mit verspieltem Elektro-Geplucker aus dem Moby-Baukasten auf dieser kostengünstigen Alles-Aus-Einer-Hand-Produktion spannungsarm und unspektakulär vor sich hin und erzeugen zu selten die Atmosphäre, die sich der geneigte Hörer beim Namen Midge Ure gewünscht hat.

Anspieltipps:

  • Bridges
  • I survived
  • Let it rise
  • For all you know
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