La Roux - Trouble In Paradise - Cover
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La Roux Trouble In Paradise


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tropische Disko, rund um Liebe und Sexualität.

Fünf Jahre ist es her, da veröffentlichten La Roux ihr von 80er-Jahre Synth-Pop und Disko-Einflüssen durchtränktes selbstbetiteltes Debüt La Roux. Inzwischen ist Elly Jackson alleine, Bandkollege Ben Langmaids Spuren sind offiziell nur noch teilweise auf dem neuen Album zu spüren. Der Sound hat sich trotzdem nicht viel verändert. Mit „Trouble in Paradise“ setzt Jackson als La Roux die Disko-Linie fort, webt einzig einige neue Soundcharakteristika ein.

Wie der Titel vermuten lassen könnte, ist La Roux’ Zweitwerk durchzogen von exotischer Percussion und tropisch-quirligen Synthie-Effekten, die sich ab dem zweiten Track vollends bemerkbar machen und den Diskotracks einen originellen Dreh verpassen. Auch, dass sie sich statt wie auf dem Debüt nur auf tanzbares, rhythmusgesteuertes Songwriting für die Clubs konzentriert hat und sich dieses Mal mit Songs Zeit lässt, spricht für La Roux’ Weiterentwicklung als Künstlerin. So setzt sie auch mal stärker auf flächige Sounds („Cruel Sexuality“) und natürliche Instrumentierung („Paradise Is You“). Auch tropische Reggae-Vibes und eine subtile Verneigung vor Daft Punks „Get Lucky“ finden mit „Tropical Chancer“ ihren Weg aufs Album. Bemerkenswert auch das Highlight des Albums, „Silent Partner“, das irgendwo zwischen NDW-esquer Kühlheit und Electro-Clash zu verorten ist.

Wo neue Elemente hinzukommen, vermisst man allerdings auch alte Stärken. „Trouble in Paradise“ erzählt ohne viel Abwechslung von Problemen in Liebe und Körperlichkeit. Was zunächst als Teil des Konzepts verstanden werden darf, wirkt jedoch sehr schnell sehr eintönig, trotz musikalisch gelungener Untermalung. Schade auch, dass viele Melodien schnell albern anmuten. „Kiss And Not Tell“ ist so ein Fall mit Hüpf-Beat und peinlicher, kitschiger Hook. Viel besser ist da „Sexotheque“, das zwar melodisch genauso wenig brilliert, in dem La Roux aber ihre stimmlichen Stärken gekonnt ausspielt, um die Melodie zu ergänzen.

La Roux hat sich in neue Richtungen orientiert, ohne sich allzu weit von ihrem alten Sound zu entfernen. Dass sie dabei nicht gleich das Ei des Kolumbus legt, ist zu verkraften, angesichts des starken ersten Albums aber durchaus schade. Doch der Vergleich hinkt. „Trouble in Paradise“ hat offensichtlich nicht den Anspruch, komplett den Hit-Charakter inne zu haben, den das Debüt La Roux hatte. Insofern ist „Trouble in Paradise“ ein recht erfrischender Versuch Neues auszuprobieren, ohne ihr altes Publikum vor den Kopf zu stoßen.

Anspieltipps:

  • Uptight Downtown
  • Tropical Chancer
  • Silent Partner

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