Tarja - Left In The Dark - Cover
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Tarja Left In The Dark


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es hat Gründe, warum kurz vor Release dieser B-Seiten-Sammlung noch immer Werbung für das Klassik-Experiment Beauty & The Beast betrieben wird und „Left In The Dark“ tatsächlich im Schatten verweilen muss.

Auch als Nicht-Fan von Nightwish musste ich mir eingestehen, dass ich das Beauty & The Beast-Konzept äußerst unterhaltsam fand. Allein durch diesen liebevollen, wenn auch in keinerlei Hinsicht perfekten Kniefall vor der klassischen Musik, hat Tarja Turunen so einigen Respekt von mir und bestimmt auch weiteren Hörern gewonnen. Da will der Output einiger B-Seiten überhaupt nicht ins Bild passen. Niemand hat sich gewundert, dass Green Day nach der dürftigen Albumtrilogie ein ähnlich spannendes Demo-Album auf den Markt brachten. Genau wie Green Day geht auch Tarjas Platte mit „neuem“ Material sparsam um. Und selbst dieser „neue“ Stoff ist fleißigen Hörern schon von Beauty & The Beast bekannt. Wie wäre es also mit ein paar guten Gründen dafür, trotzdem zuzugreifen?

Das ist übrigens eine ernst gemeinte Frage nach außen. Leider gibt es neben zum Großteil sparsam produzierten Tracks nämlich nichts außer Mittelmaß zu hören. Da kann Tarja in einem „Victim Of Ritual“ noch so ausdrucksstark singen, wenn die schwache Produktion dieses und die meisten restlichen Tracks konsequent zurückhält. Wenn es eine Audiofrequenz für Blaupausen gibt, dann hat dieses Album sie gefunden. Das Gefühl der unfertigen Werke bringt selten den gewünschten „Behind The Scenes“-Effekt, sondern klingt schlichtweg unfertig. Das wird besonders offensichtlich, wenn mit „Into The Sun“ ein fein geschliffener Track inmitten dieses Plastikbergs hervorschimmert. Das heißt nicht, dass „Into The Sun“ ein Meisterwerk ist, doch allein der plötzliche Anstieg der Audioqualität lässt Hörer aufhorchen. Wenn „Left In The Dark“ keine anderen Qualitäten vorweisen kann, ist der Beweis des Wertes von guter Produktion die Großtat dieses B-Albums.

Den Live-Stücken „500 Letters“, „Until Silence“ und besonders „Neverlight“ möchte man den flacheren Klang noch am ehesten verzeihen. Doch einem Lied zu verzeihen ist nicht gerade ein Beleg für überragende Qualität, sondern vielmehr das Zudrücken eines Auges. Zusammen mit dem viel zu langen und wenig aussagekräftigen Instrumental-Stück „Deliverance“ bleibt nach konsequenter Zählung auch nicht viel mehr als „Into The Sun“ als Grund für den Kauf dieser Platte übrig. Weder der Vollpreis für diese halbgare Sammlung, noch die letztlich auch nur ganz nette Kernnummer rechtfertigen aber den Kauf dieser Scheibe, die man besser ganz schnell vergisst und auf die auch ein als Hardcore-Fan lieber verzichtet.

Anspieltipps:

  • Into The Sun
  • Neverlight

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