Oxygen Thief - The Half-Life Of Facts - Cover
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Oxygen Thief The Half-Life Of Facts


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Barry Dolan wird elektrisch. Der Folk-Punker hat ein kraftvolles Power-Trio zusammengestellt, das aber noch feinjustiert werden muss.

Unter dem Namen Oxygen Thief ist Barry Dolan aus Bristol normalerweise als akustischer Singer/Songwriter mit Punk-Ausrichtung unterwegs. Jetzt hat er seine akustische Gitarre beiseite gestellt und auf elektrische Verstärkung umgesattelt. Als Power-Trio mit Bass/Schlagzeug-Unterstützung gibt es das wuchtige „The Half-Life Of Facts“ zu hören. Der energiegeladene, hochgekochte, unglaublich druckvolle Heavy-Indie-Punkrock wird dabei immer wieder durch Temposprünge unterbrochen.

Dieses Konzept wird konsequent durchgezogen und bietet insgesamt wenige Möglichkeiten, um grundsätzliche Abwechslung und Änderungen einzubauen. Kleine, punktuell verwendete Versatzstücke fallen dann aber doch auf: „Too Many Trees“ fängt mit einem Riff an, das an „Oh Well“ von Fleetwood Mac erinnert. „Hubristolian” klingt wie die Pop-Punk-Band The Untertones aus den 80er-Jahren mit Stacheldraht ums Herz und „Crowbars Up!“ hat einen vielversprechenden Boogie-Blues-Ansatz.

Die Rhythm Section und Barry Dolan als Gitarrist bilden eine massive Einheit, die Respekt einflößt und wie ein Unwetter über die Songs hereinbrechen kann. Es gibt allerdings keine durchgehenden Melodielinien, sondern immer wieder Brüche und gewollte Neuanfänge, die dafür sorgen, dass man in dem Instrumentengewitter auch mal durchatmen kann.

Die Problemzone von Oxygen Thief ist aber merkwürdigerweise der Gesang. Er wirkt über die Gesamtlaufzeit zu eindimensional, wenig beweglich und vom emotionalen Umfang her begrenzt. Der kompakte Instrumenteneinsatz walzt die ohnehin im Mix nicht vorne angesiedelte Stimme zusätzlich platt und degradiert sie zum schmückenden Beiwerk. Mit strukturierterem Songmaterial und besser zur Geltung gebrachtem, akzentuiertem Gesang sowie einer zwischen Stimme und Instrumenten ausgewogenen Produktion könnte das Trio zu einem wahrlich runden, explosiven Erlebnis reifen.

Anspieltipps:

  • The Incredible Sulk
  • Hubristolian
  • Crowbars Up!
  • Self-Righting Mechanism

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