The Gogets - Gained Noise - Cover
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The Gogets Gained Noise


  • Label: Hamburg Records
  • Laufzeit: 29 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Kurz und knackig debütieren die Wiener Jungs von The Gogets. Am Ende besticht ihre Musik aber durch das laute und druckvolle Konzept, anstatt durch einprägsame Einzelstücke.

So richtig schreien tun sie nicht. So richtigen Metal machen sie nicht. Ist das jetzt „neumodischer“ Power-Pop oder werden hier die härteren Auswüchse des College-Rock zitiert? Die scheinbar universale Wirkung der Wiener Band zeigt jedoch, dass der Stil der Gogets nicht überholt zu sein scheint. Ob ferne Ecken auf dem Planeten oder riesige Festivals: Die Jungs haben schon vor ihrem ersten Album einiges von der Welt gesehen. Ob und wie viele Hörer sich begeistert den Namen dieser Neulinge gemerkt haben, ist zwar nur schwer nachzuvollziehen, doch die Geschichte stimmt für den Anfang.

Die Musik auf dem kurzen Erstling der Band drückt ebenfalls etwas sehr Erwachsenes aus. Das Album ist sauber und druckvoll produziert worden. So altbacken und auch konventionell der Auftakt mit „Gained Noise“ und „Determination Turns The Tide“ auch ist, kann der Klang des Albums auf voller Linie punkten. Jedes Riff und das deftige Schlagzeug machen ordentlich Laune, wenn nicht gerade das recht hohle und geradezu plastisch auf Hymne getrimmte „Captain“ erklingt. Dazu gesellen sich übrigens noch ein paar Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Refrains, die man der Band letztlich aber doch gerne durchgehen lässt.

Viel schwerer wiegt das Problem, dass den Gogets keine bleibenden Melodien einfallen. Zwar kann der laute und druckvolle Sound von Lied zu Lied neu begeistern, doch im Kopf bleibt kaum eines der Arrangements hängen. Dass die Band mit dem langen „Better Safe Than Sorry“ zumindest auf Höhen und Tiefen zurückgreift, ist zwar löblich, doch das Ergebnis kann sich auch nicht lange einfräsen. „Rise And Fall“ schafft es als vielleicht einziger Track, auch durch seine Melodie verzücken, wobei auch hier nicht von einem Meisterwerk gesprochen werden kann.

Dass der Wiener Vierer auch ohne große Lieder und haftende Hooklines für den Moment Spaß machen kann, darf man natürlich gerne als ausdrückliches Lob verstehen. Die Gruppe weiß genau, als was sie sich verkaufen möchte. Manchmal ist ein funktionierender Sound auch wichtiger, als ein paar potenzielle Hits zu schreiben. Gleichzeitig darf es aber auch nicht überraschen, wenn die Gogets mit ihrem Debüt nur für mäßiges Aufsehen sorgen werden. Es kann schließlich niemand dafür garantieren, dass die Band anstatt als One-Hit-Wonder, nicht als No-Hit-Wonder endet.

Anspieltipps:

  • Gained Noise
  • Rise And Fall
  • Better Safe Than Sorry

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