Black Bananas - Electric Brick Wall - Cover
Große Ansicht

Black Bananas Electric Brick Wall


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 32 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
8.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Noise-Rock goes Electro, Glam und HipHop. Die experimentierfreudige Welt von Jennifer Herremas Black Bananas.

In den 80er- und 90er-Jahren hatten sich The Jon Spencer Blues Explosion und Royal Trux die Aufgabe gestellt, den Blues zu dekonstruieren. Royal Trux waren vornehmlich Jennifer Herrema und Neil Michael Hagerty (The Howling Hex), sie lärmten als hätten sie die Rolling Stones, Nirvana und Pussy Galore in einem Happen verschlungen und als müssten sie ihn ebenso in einem wieder ausspucken. Gelungene Dekonstruktion, meinten die einen, viel Lärm um nichts, die anderen. Nach Auflösung von Royal Trux, begann Herrema ohne Hagerty und formierte RTX, die allerdings 2011 das Zeitliche segneten. RTX hatten einen Song namens „Black Bananas“ im Programm, den Jennifer Herrema als neuen Bandnamen einsetzte. 2012 erschien „Rad Times Xpress IV“, dem nun „Electric Brick Wall“ nachfolgt.

Ob Jennifer Herrema nun mit Royal Trux, RTX oder eben den Black Bananas in Erscheinung tritt, ist nicht wirklich von Bedeutung, denn in jeglicher Konstellation drückt sie der jeweiligen Band ihren Stempel auf. Sie ist die Frontfrau, die Wildkatze, die ihre Krallen mit der Stimme ausfährt. Jene Stimme schwimmt auf „Electric Brick Wall“ in Synthieflächen, die von Gitarrenlärm und Schlagwerk polarisiert oder entsprechend fortgeführt werden. Die Stromgitarren weisen mal Richtung Psychedelic Rock, dann wieder Richtung Stoner- und Hard-Rock. Dabei wechseln sie zwischen Schweine-Soli und handfesten Riffs. Die rhythmische Ausrichtung weist HipHop-, Electro- und Glam-Elemente aus, die jedoch in den Bereichen des Noise-Rock gut aufgehoben sind.

Natürlich experimentieren die Black Bananas in ähnlichen Gefilden wie die Vorgängerbands Royal Trux und RTX, wobei sie deutlicher die Electro-Schiene bedienen. Jennifer Herrema spuckt wieder obercool, gleichgültig und gelangweilt Textfetzen aus, wobei sie sich keineswegs bewusst in den Mittelpunkt stellt. Selbst produktionstechnisch wurden die einzelnen Elemente nahezu gleichwertig im Mix untergebracht und klanglich ziemlich klar und ausgewogen dargestellt, eher ungewöhnlich für das Noise-Genre. Dennoch: Wer bisher Anhänger von den Bands Jennifer Herremas war, der wird es auch mit „Electric Brick Wall“ bleiben. Ob sie damit neue Hörer hinzuzugewinnen vermag, bleibt fraglich.

Anspieltipps:

  • Powder 8 Eeeeeeeeight
  • Highway Down
  • Give It To Me

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Black Bananas“
comments powered by Disqus