Ian McLagan - United States - Cover
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Ian McLagan United States


  • Label: Yep Roc/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Lässige und gehaltvolle Pub-Rock-Songs eines alten Meisters.

Ian McLagan war in den 60er- und 70er-Jahren der Keyboardspieler der Small Faces sowie der Faces und erfuhr hierdurch die Einberufung in die Rock And Roll Hall Of Fame. Er nahm 1979 und 1980 zwei weniger erfolgreiche Solo-Platten auf und verdingte sich danach als Session- und Studiomusiker. Als Solointerpret ist er erst seit den Nullerjahren wieder richtig aktiv geworden. Zuletzt überzeugte er 2009 mit dem Album „Never Say Never“, das vom Mojo Magazin als die Antwort des Pub Rock auf Dylans „Blood On The Tracks“ bezeichnet wurde.

Als Nachfolger präsentiert der kürzlich 69 Jahre alt gewordene McLagan nun das schlicht „United States“ betitelte Werk. Er ließ sich von seiner Bump Band (‚Scrappy‘ Jud Newcomb, Jon Notarthomas, und Conrad Choucroun) begleiten, spielte selbst natürlich Keyboards, Gitarre und sang. Für einen Song konnte er als Gast Leigh Mahoney (David Byrne, The Tosca Strings) gewinnen, der „He’s Not For You“ mit seinem Spiel auf der Violine bereicherte. Abgemischt hat sein langjähriger Freund Glyn Johns (The Faces, The Who) und das Mastering übernahm Bob Ludwig.

„United States“ erweist sich als nahezu lupenreiner Pub-Rock, der - wie sollte es auch anders sein - vor allem das exquisite Tastenspiel McLagans ins Zentrum stellt. Wiederholt lässt er die Orgel rollen oder das Piano klimpern, dazu spielen die Gitarren einfache, songdienliche Passagen. McLagans Stimme ist zwar keine Wunderwaffe, hört sich ein wenig altersbedingt belegt an, bringt aber auch Rock’n’Roll-Kratzen mit, das den Songs Atmosphäre beibringt. Diese bewegt sich zwischen Pub- und Classic-Rock, ohne dabei in die abgeschmackte Oldie-Falle zu tappen.

Neu ist das alles nicht, aber eine prima Untermalung für alle Thekensteher, die gerne im Takt mitwippen oder für die zuhause Gebliebenen, die einfach unaufdringliche, dennoch qualitativ gute Pub-Rockmusik mögen. Die schüttelt Ian McLagan quasi aus dem Hemdsärmel und selbst einer Pianoballade wie „Mean Old World“ zieht er den Zahn des allzu Tiefsinnigen und behält auch hier seine lässige Attitüde bei. Dennoch sind die Titel gehaltvoll, mahnen in ihren besten Momenten gar an die Pub-Könige Brinsley Schwarz. Insgesamt gesehen also eine stimmige Angelegenheit!

Anspieltipps:

  • Pure Gold
  • Love Letter
  • Who Says It Ain’t Love
  • He’s Not For You

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