Alestorm - Sunset On The Golden Age - Cover
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Alestorm Sunset On The Golden Age


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ahoi, ihr Landratten! Haltet eure Dublonen fest, die Freibeuter von Alestorm steuern wieder den Hafen von Ohrwurm an!

Piraten waren zwar nie gänzlich aus der Mode, in der Form, in der seit einigen Jahren Zombies und anderes, untotes Gesocks die Spielfilm- und Videospielbranche heimsuchen, erstrahlen die meuternden Verwandten von Jack Sparrow jedoch in keiner Weise. Paradigmatisch hierfür wären die schottischen Pirate Metal-Vertreter Alestorm zu nennen, die kräftig an der Hoch-Zeit des Fluch der Karibik-Franchises zu naschen gedachten, nach ihrem Überhit „Keelhauled“ und dem Begleitwerk „Black Sails At Midnight“ (05/2009) allerdings nur mühselig ihre Vorherrschaft in ihrer kleinen Nische behaupten konnten und nach dem etwas enttäuschenden „Back Through Time“ (06/2011) beweisen müssen, dass sie etwas mehr sind als eine nette, musikalische Begleiterscheinung für Piratenfans.

Eine Problematik, die spielend mit „Sunset On The Golden Age“ auf den Grund des Meeres verbannt werden könnte, wäre die Qualität des vierten Albums der Schotten Christopher Bowes (Gesang, Keyboard), Dani Evans (Gitarre), Gareth Murdock (Bass) und Peter Alcorn (Schlagzeug), die sich mit Elliot Vernon einen Keyboarder zur Unterstützung ins Boot geholt haben, auch nur annähernd mit der Größe des Flaggschiffs auf dem Cover zu vergleichen. Freilich segeln Alestorm mit dem räudigen Opener „Walk the plank“ endlich wieder hart am Wind und steuern mit dem von Korpiklaani inspirierten „Drink“ und der punkigen Abreibung „Wooden leg!“, sowie dem gelungenen Cover von Taio Cruz´ „Hangover“ wieder den Hafen von Ohrwurm an, doch dazwischen läuft die furchtlose Bande dummerweise immer wieder auf eine Sandbank auf, was den ansonsten feucht-fröhlichen Spaß etwas trübt.

So gestaltet sich das launige, mit Schifferklavier ausgestattete „Mead from hell“ als Lockerungsübung für den Piraten in uns, erreicht in Relation gesehen aber nur besseres Mittelmaß und auch die durch einen simplen Breakdown und Bläsersätze aufgepeppte Nummer „Magnetic north“ macht Laune, zeigt allerdings im Gegenzug auch gleich das Bowes & Co. in ihren Songs nie aufs Ganze gehen (wollen?), sondern lieber in bekannten Territorien bleiben. Lediglich das über sieben Minuten lange Stück „1741 (The battle of Cartagena)“ traut sich aus dem wohligen Schoss der Kapitänskajüte, fusioniert 8bit-Sounds mit einer unwiderstehlicher Melodie und bläst nach ausgiebigem Instrumentalteil zum Angriff auf Cartagena. Kriegsgetümmel inklusive.

Ähnliches versucht der deutlich längere Titeltrack ebenfalls, scheitert aber an seiner überlangen Exposition, sowie dem Fehlen eines zwingenden Motivs. Da können dann leider die kurz einsetzende härtere Gangart und der Versuch, Soundtrack mit Hörspiel in den letzten Minuten zu paaren, auch nichts daran ändern. Somit segeln Alestorm auf ihrem vierten Beutezug nicht unbedingt in gänzlich überzeugenden Gewässern, die stets präsente Spielfreude und der eine oder andere hartnäckige Ohrwurm gefallen aber durchaus und fördern den Drang, sich eine Augenklappe zuzulegen und Rum zu schlürfen. Arrrr!

Anspieltipps:

  • Drink
  • Hangover
  • 1741

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