Jason Mraz - Yes! - Cover
Große Ansicht

Jason Mraz Yes!


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was als Nebenprojekt begann, zeigt nun die akustische Seite des Pop-Songwriters Jason Mraz.

Wer sich als Singer/Songwriter aus kleinen Bars und intimen Clubs Stück für Stück mit weltweiten Hits wie „I’m yours“ (2008) in die größten Arenen der Welt spielt, zig Millionen Tonträger absetzt und damit scheinbar eine Erfolgsformel gefunden hat, müsste Kraft der Business-Gesetze für immer auf diesem Stil verhaftet sein. Doch Jason Mraz traute sich etwas Neues zu und kündigte an, zusammen mit der Band Raining Jane ein reines Akustikalbum aufzunehmen. Damit würde er zu seinen Wurzeln zurückkehren, die in den Coffee Shops seiner Wahlheimat San Diego liegen, in denen er vor 15 Jahren mit ersten kleinen Auftritten begann.

Mit „Yes!“ liegt nun das Ergebnis der Kollaboration vor – und überrascht. Denn für ein Akustikwerk klingt „Yes!“ vor allem anfänglich sehr poppig und kraftvoll produziert. Doch lässt der Hörer dies als kleines Markt-Zugeständnis durchgehen, eröffnet sich ihm mit der Zeit ein angenehm abgespecktes und luftig klingendes Folk-Werk, das sehr vom Zusammenspiel mit Raining Jane profitiert. Zusammen mit der rein weiblichen Band aus Los Angeles (Mai Bloomfield, Chaska Potter, Mona Tavakoli und Becky Gebhardt) gelang es Jason Mraz (37) erstmalig mit stärkerer Konsequenz, seine akustischen Demos nicht grundsätzlich in Popsongs umzuwandeln.

Die in trauter Eintracht komponierten und eingespielten Songs (nur das herzzerreißende „It’s so hard to say goodbye to yesterday“ ist die Coverversion eines 1975er Motown-Klassikers) fallen durch sehr schöne Chorgesänge („Hello, you beautiful thing“, „Long drive“), einschmeichelnde Melodien („Love someone“, „Out of my hands“) sowie unaufdringliche Arrangements („Best friend“, „Quiet“) auf. Da verzichtet man gerne auf die sonst übliche Extraportion Pop und erfreut sich an den akustischen Grundlagen, die diesmal kaum verändert wurden.

Auf diese Weise ergibt sich ein stimmiges Werk zwischen Songwriter- und Folk-Pop sowie authentischem West-Coast-Feeling („Everywhere“, „You can rely on me“), das mit sympathischen Songs und gut harmonierenden Musikern überzeugt. Dabei war „Yes!“ ursprünglich nur als kleines Nebenprojekt angedacht. Doch die Plattenfirma erkannte die Qualität der Songs und ernannte „Yes!“ zu Jason Mraz‘ fünftem offiziellen Studioalbum. Gut so. Denn alles andere wäre auch albern gewesen.

Anspieltipps:

  • Long drive
  • Love someone
  • Out of my hands
  • You can rely on me
  • It’s so hard to say goodbye to yesterday
Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „Jason Mraz“
comments powered by Disqus