Liv - Build My Own World - Cover
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Liv Build My Own World


  • Label: O-Tone Music/SOULFOOD
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Livs Musik lässt den Hörer in eine Welt aus gegensätzlichen Elementen eintauchen.

Denkt ein Deutscher an Norwegen, fallen ihm vermutlich zunächst die kühle See, raue Winde und schöne Fjorde ein. Ein unberührtes Stück Natur und Menschen, die sich genau dort zu Hause fühlen. New York hingegen verkörpert die unendlich weite Welt, pulsierendes Leben, von der Hektik und dem Glamour getriebene Einwohner und Besucher. Neben diesen beiden Orten bleibt ein dritter, der für die Sängerin Liv Bedeutung hat: Karlsruhe. Die Stadt steht für alle, die sich nicht im Süden Deutschlands befinden, am ehesten für provinzielles Leben. An diesen drei Orten fühlt sich Liv Solveig Wagner zu Hause, sie lässt sich in keine Schublade stecken.

Würde man versuchen, die Einflüsse Norwegens, New Yorks und Karlsruhes in ihrer Musik wiederzufinden, würde man wohl die folkigen, akustischen und klassischen Momente dem skandinavischen Teil zuordnen und die Indie-, aber auch die Jazz-Elemente nach New York verbuchen. In Karlsruhe hat Liv als Teil ihres Musikstudiums das Geigenspielen perfektioniert. Auf ihrem Debütalbum sind aber auch Gitarren, ein Klavier, ein Akkordeon und ihr von der New Yorker Jazz-Ausbildung geprägter Gesang zu hören.

Mit all diesen Einflüssen, Stilen und teilweise auch Stilbrüchen, baut sich Liv, die als Künstlerin ihren Nachnamen weglässt, zweifelsohne ihre ganz eigene Welt. Der Titel dazu, dem Album gleichnamig, vereint die verschiedenen Elemente. Fast meint man, die nordischen Winde hören zu können, während dem Hörer ein „Bohemian Girl“ in New York vor Augen erscheint, das dort perfekt reinpasst, allerdings aus einer Provinz wie Karlsruhe stammen könnte. Livs Musik hat die Macht, Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Insgesamt ist das Album sehr ruhig, sehr bedächtig, was nicht bedeuten soll, dass Liv nicht anders kann. „No inbetween“ beispielweise überrascht und überzeugt mit flottem Indie-Pop, der trotzdem die ungewöhnlichen, klassischen, folkigen Elemente nicht missen lässt. Und auch „My Ambition“ geht rasch ins Ohr. „Lille Maltrost“, auf Norwegisch gesungen hingegen, stellt ein Klavier und ein Akkordeon in den Vordergrund und verzaubert auf noch unbekanntere Weise als die Songs zuvor. Es sind Klänge, die ein bisschen fremd klingen und ein bisschen zu entschleunigend wirken für unsere rasende Welt. Es lohnt sich dennoch, eine Weile in Livs Welt einzutauchen und sich mittragen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Build my own world
  • Lille Maltrost
  • No inbetween
  • My ambition

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