Eno • Hyde - High Life - Cover
Große Ansicht

Eno • Hyde High Life


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur zwei Monate nach „Someday World” gibt es bereits einen Nachschlag der Klangtüftler.

Lediglich rekordverdächtige acht Wochen nach dem Release des gemeinsamen Longplayers „Someday World” (05/2014) von Brian Eno (66) und Karl Hyde (56), präsentiert das britische Kreativ-Duo mit „High Life“ schon das nächste Album. Denn warum sollte man auch mit der Arbeit aufhören, wenn es doch so wunderbar läuft und, wie sich nach der Veröffentlichung herausstellte, beim Publikum durchaus gut ankommt? Also zogen die Herren im April 2014 professionell durch und spielten in beinahe identischer Studiobesetzung sechs weitere Tracks ein, die stilistisch ganz bewusst kein Abziehbild von „Someday World” darstellen sollen.

Mit drei Songs weniger als auf „Someday World”, bei fast deckungsgleicher Spieldauer, wird schon mit dem Blick auf die Tracklist klar, dass der Ansatz diesmal ein anderer war. Nicht das einzelne Stück steht im Fokus, sondern das große Ganze, die Atmosphäre und das Konzept von „repetitivem Minimalismus und polyrhythmischer Musik“. Auf diese Weise mäandert bereits der Opener „Return“ von U2-Gitarren getragen neun Minuten durch Raum und Zeit, womit die musikalische Richtung schon früh abgesteckt ist. Doch können Titel wie „Time to waste it“ (über acht Minuten lang) oder auch „Lilac“ (schrammt knapp an der 10-Minuten-Marke vorbei) wirklich solch eine Substanz aufweisen, die diese Spielzeiten rechtfertigt?

Wer ehrlich ist und die Ehrfurcht vor den Namen Brian Eno und Karl Hyde abschütteln kann, muss zugeben, dass „High Life“ zwar als nettes Klang- und Rhythmusexperiment funktionieren mag, aber mit seinem ausufernden Jam-Charakter noch weniger einen Pflichtkauf darstellt als einem in Bezug auf „Someday World” von vielen Seiten weisgemacht werden sollte. So weicht lediglich „DBF“ als knackiger 4-Minuten-Funk-Rock-Song von der üblichen „High Life“-Sound-Formel ab, bleibt dem rhythmischen Diktat des Albums dennoch treu. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Moulded life“, wobei sich hier schon wieder der 5-Minuten-Grenze angenähert wird und die Klänge stärker aus der Funk-Schablone ausbrechen.

Fazit: Mit „High Life“ legen Brian Eno und Karl Hyde ein über weite Strecken dem Ideen-Durchschnitt geschuldetes Ad-On zu „Someday World“ vor, das in Bezug auf seine Entstehung wie ein Schnellschuss wirkt und musikalisch den Drive einer lahmen Ente versprüht.

Anspieltipps:

  • Lilac
  • Return
  • Cells & bells
Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
Diskutiere über „Eno • Hyde“
comments powered by Disqus