Tom Petty - Hypnotic Eye - Cover
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Tom Petty Hypnotic Eye


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehr Rock, weniger Blues. Tom Petty meldet sich nach vier Jahren zurück.

Seit August 2011 bastelten Tom Petty und seine Heartbreakers an neuen Songs für „Hypnotic Eye” herum, dem Nachfolger des inzwischen mehr als vier Jahre alten US-Top-3-Albums „Mojo“ (06/2010). Aber es dauerte bis jetzt, dass Vollzug gemeldet werden konnte. Dabei hätte es Tom Petty (63) sicher einfacher haben können. Doch Stücke wurden geschrieben und wieder verworfen, denn die Vorgabe lautete, dass der Sound wieder rockiger werden und an die ersten beiden Studioalben von Tom Petty And The Heartbreakers aus den späten 70er Jahren anknüpfen sollte.

Dadurch zog sich der gesamte Aufnahmeprozess länger als erwartet hin, denn das Blues-Feeling von „Mojo“ musste erst einmal abgestreift werden. So stammt der älteste aufgenommene Song des Albums, „Burnt out town“, tatsächlich aus August 2011 und der jüngste, „U get me high“ datiert aus Januar 2014. Das liest sich zerfahren, hört sich aber zum Glück nicht so an. Denn auch wenn „Hypnotic Eye” am Ende in der Tat mehr Rock („All you can carry”) und dafür weniger Blues („Power drunk”) enthält, ist es trotzdem ein altbewährtes Tom-Petty-Album geworden, das nicht einfach nach Schema F einem Stil folgt, sondern durchdacht damit jongliert.

Die Kunst besteht dabei darin, einen Sound zu treffen, der für die Fans als klassisch gilt, ohne sie damit zu langweilen und geradeeben so viel Neues in die Waagschale zu werfen, dass nicht der Verdacht von Experimentierwut aufkommt. Mit diesem Wechselspiel macht Tom Petty im Prinzip alles richtig. So ist der Opener „American dream plan B” mit seiner Fuzz-Gitarre, die wie ein rostiger Nagel klingt, ein echter Wachmacher und einer der coolsten Petty-Songs ever. Ein ähnliches Riff-Monster ist „All you can carry“, während „Full grown boy“ als bedächtiger Steh-Blues durch die Lautsprecher schleicht.

Das in der Albummitte platzierte „Power drunk“ ist ein schwer groovender Blues, wie ihn auch ZZ Top nicht besser hinbekämen, „Forgotten man“ ist ein treibender Sixties-Rocker und „U get me high“ könnte mit seinen stampfenden Drums, dem rollenden Bass und den scharf angeschlagenen Gitarren auch aus der AC/DC-Schatulle stammen. Auf diese Weise summieren sich viele starke Songs zu keinem überragenden, aber zu einem gut abgehangenen, erwachsenen Rockalbum. Und das ist schließlich auch was wert.

Anspieltipps:

  • Red river
  • Forgotten man
  • Burnt out town
  • All you can carry
  • American dream plan B
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