Tingvall Trio - Beat - Cover
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Tingvall Trio Beat


  • Label: Skip Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jazz für Einsteiger und Kenner.

Fans wissen bereits: Omar Rodriguez Calvo, Jürgen Spiegel und Martin Tingvall haben ihre eigene Vorstellung von Jazz. Mit dieser Vorstellung gelang es ihnen bereits, die junge Generation von Jazz-Fans zu überzeugen und die älteren neu zu begeistern. Auftritte in mehr als zwanzig Ländern und Anfragen von Festivals aus ganz Europa sprechen ebenso für den Erfolg, wie die dreifache Echo Jazz Award-Auszeichnung und vier Jazz Awards für die bisherigen Alben. Nicht zu verschweigen die Lobeshymnen der Fachpresse von England bis Japan.

Wenn diese drei Herren also am Werk sind, klingt eine Sparten-Musikrichtung plötzlich für ein breites Publikum attraktiv. Viel Hype um nichts? Blicken wir tiefer: Zunächst wären da drei äußerst unterschiedliche Männer. Ein Schwede, ein Kubaner und ein Deutscher. Was sie auf den ersten Blick verbindet ist ihre Liebe zur Musik und ihre Wahlheimat: Hamburg. Und dann wären da fraglos die Kombination aus Talent, Gespür und einer gehörigen Portion Witz.

Ein Schlagzeug, ein Waschbrett, ein Mülleimer. Ein Kontrabass, Bilderrahmen, Woodblock und natürlich ein Klavier. Der Fantasie sei bei der Instrumentenauswahl keine Grenzen gesetzt. Dennoch schaffen es die drei, ihre „Beats“ perfekt zu arrangieren. Nichts klingt vermeintlich improvisiert und vor allem nicht gekünstelt. Martin Tingvall, Namensgeber des Trios und zuständig für die Kompositionen, bringt mit seinen Wurzeln das für den schwedischen Jazz bekannte und für die Musik des Trios vielleicht wichtigste Element mit ein: die Melodie.

Sie findet sich in allen Songs, ohne diese zu abgedroschen oder zu poppig wirken zu lassen - aber poppig genug. Mal sind sie tiefgründig („Den Gamla Eken“ oder „Heligt“), mal voluminös und heiter („Spöksteg“), mal ruhig und sanft („Beat“). Fast so, als wolle das Trio sagen: Hier ist für jeden etwas dabei. Denn Jazz ist nicht nur etwas fürs intellektuelle Klientel. Zugegeben, ein wenig Affinität ist trotzdem noch gefragt. Doch dann muss er nicht abgehoben, nicht unzugänglich sein. Er muss weder vermeintlich durcheinander, noch grundlos improvisiert klingen. Falsch? Nein, richtig. Zumindest dann, wenn sich das Tingvall Trio den Jazz vorknöpft.

Anspieltipps:

  • Spöksteg
  • Beat
  • I Skuggorna
  • Den Gamla Eken

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