Bosse - Kraniche: Live In Hamburg - Cover
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Bosse Kraniche: Live In Hamburg


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 191 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs: Das erste Live-Album von Axel Bosse.

Nach zehn Jahren als Solokünstler war Axel Bosse (34) im Jahr 2013 auf dem vorläufigen Höhepunkt seines Schaffens angekommen. Sein fünftes Studioalbum „Kraniche“ (03/2013) erklomm den vierten Platz der deutschen Album-Charts, erhielt eine Goldene Schallplatte für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten und die ausgekoppelten Singles „So oder so“ und „Schönste Zeit“ erreichten die Top 30 der Single-Charts. Kommerziell war Bosse noch nie erfolgreicher. Das spiegelte sich auch auf der „Kraniche“-Tour wider, die mehr als 40 Konzerte vor insgesamt über 70.000 Besuchern umfasste.

Vom Abschlusskonzert der 2013er „Kraniche“-Tour in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, am 21. Dezember, liegt nun ein Live-Mitschnitt vor – und damit das erste Live-Album in der Karriere von Bosse. Der Zeitpunkt dafür könnte kaum besser sein. Bis zur nächsten Tournee im Spätherbst ist es noch einige Zeit hin und der Markt muss jetzt befriedigt werden. Doch Bosse hat es verdient, nach all den Jahren des Tingelns und der Auftritte vor 20 Leuten, in der ersten Liga des Deutsch-Pop angekommen zu sein und mit von vielen Grantlern als überflüssig bezeichneten Live-Alben Geld zu machen.

Kraniche“ zählt ohne Zweifel zu den stärksten Deutsch-Pop-Werken der vergangenen Jahre. Doch dass auch schon die vorherigen Alben des gebürtigen Braunschweigers den einen oder anderen unvergänglichen Hit enthielten, belegen die Songs des vorliegenden Doppel-Live-Albums. Zwar stammen allein neun Stücke vom „Kraniche“-Longplayer, doch mit dem Rest und Tracks wie z.B. „Du federst“, „Wartesaal“, „3 Millionen“ und „Frankfurt Oder“ gestaltet Axel Bosse problemlos Gänsehautauftritte, vor denen der 34-Jährige schon mal aufgeregt wie ein kleiner Junge ist, wenn er vor sensationellen 7.000 Besuchern wie in der Alsterdorfer Sporthalle spielen darf.

Das Hamburger Publikum frisst Bosse aus der Hand und dieser gibt mit seiner Band bereitwillig eine beherzte Vorstellung ab, die auch dem letzten Zweifler beweisen sollte, dass deutschsprachige Popmusik mindestens genauso gut funktioniert, wie die der englischen, amerikanischen oder französischen Kollegen. Dazu benötigt es Radiohits wie „Schönste Zeit“ und sympathische Gäste wie Boy („Nächsten Sommer“), Kim Frank („Junimond“) und Sebastian Madsen („Alter Strand“), die das Live-Erlebnis vollenden. All das hat Bosse im Gepäck. Deshalb holt er sich mit „Kraniche Live In Hamburg“ nun auch den verdienten Live-Ritterschlag ab, der die noch unbekannte Wartezeit bis zum nächsten Studiowerk angenehmer macht.

Anspieltipps:

  • Yipi
  • Istanbul
  • Kraniche
  • Vier Leben
  • Schönste Zeit
  • Nächsten Sommer
  • Niemand vermisst uns
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