Fozzy - Do You Wanna Start A War - Cover
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Fozzy Do You Wanna Start A War


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Fozzy treten aus dem Schatten des Vorgängers und sorgen für eine vorzügliche Wiedergutmachung!

In der Zeit als Profi-Wrestler Chris Jericho (Gesang), Stuck Mojo-Veteran Rich Ward (Gitarre), Billy Grey (Gitarre), Paul Di Leo (Bass) und Frank Fontsere (Schlagzeug) fast ausschließlich mit Coversongs in der Hand die Bühne betraten, hatte das Publikum einschlägigen Presseberichten zufolge einen Heidenspaß. Das war der Band nach zwei Alben aber nicht genug und so sollten die Fans zu eigenen Kompositionen auf ihren Konzerten abgehen, was sich als etwas schwieriger erwies als gedacht. Das Quasi-Debütalbum „All That Remains“ (01/2005) wurde nämlich zwar mit ausreichend Gaststars gespickt (unter anderem Mark Tremonti und Myles Kennedy von Alter Bridge oder Marty Friedman von Megadeth), die Billboard Charts konnte man mit den etwas mehr als 100.000 verkauften Einheiten jedoch nicht erreichen und das Fan-Feedback schlug ebenfalls nach allen Seiten aus.

Das sukzessive „Chasing The Grail“ (01/2010) verpasste erneut den Einzug in die geheiligten Hallen der amerikanischen Charts, allerdings fanden sowohl die Anhänger als auch die Presse langsam Gefallen an dem Mix, der „als Bastard aus Metallica und Journey“ angesehen werden kann, was zwei Jahre später zu einem veritablen 146. Platz für „Sin And Bones“ (08/2012) führte. Dabei bündelte der Longplayer nicht gerade die vorhandenen Stärken von Fozzy, sondern versuchte mit einem wirren Mix aus Balladen, In-die-Fresse-Tracks und einer epischen Kriegserzählung sämtliches Terrain abzustecken, um eine durchwachsene Wundertüte anbieten zu können, in der für jeden etwas dabei ist. Erneut zwei Jahre später ist damit aber wieder Schluss und Chris Jericho und seine Mannen zeigen sich mit „Do You Wanna Start A War“ kampflustig und steigen mit stolz geschwellter Brust in den Ring.

Okay, gänzlich konnten sich Fozzy eine anbiedernde Halbballade wie „Died with you“ nicht verkneifen, dafür aber jagt der Rest mit dem richtigen Credo aus den Boxen. In diesem Sinne bietet das sechste bzw. vierte Werk der fünf Herrschaften aus Atlanta, Georgia, ein mitreißendes, zackiges Tempo („Bad tattoo“), eine mit dezenten Elektro-Einsprengseln versetzte Methods Of Mayhem-Alternative für Hardrock-Wrestler („Lights go out“), 80er-Jahre-Flair mit Handclaps und Sommer-Sonne-Strand-Feeling, direkt aus einem American Pie-Film („Tonight“), eine wahrhaft meisterliche Hymne für jegliche Aktivitäten, um den Puls in die Höhe schnellen zu lassen („Unstoppable“) und einen ungezähmten Rich Ward, der nicht nur der eigenen Nummer „Brides of fire“ ordentlich Dampf unterm Hintern macht, sondern auch dem einzigen und etwas gewöhnungsbedürftigen Cover von ABBAs „SOS“ die Sporen gibt.

Dazwischen befindet sich mit dem soliden Opener, dem Alternative Rock-Titel „No good way“ und der flotten, NWoBHM-infizierten Komposition „Witchery“ das eine oder andere schwächere Glied in der Songkette und mit „One crazed anarchist“ überspannen Fozzy den Bogen, cool sein zu wollen, etwas zu sehr, doch dann huschen wieder Songs wie „Scarecrow“ um die Ecke, die mit einem Wechsel zwischen Down und aufjaulendem Hardrock der Marke Whitesnake alles ins rechte Lot rücken und solche Ausrutscher beinahe ungeschehen machen.

„Wir sehen immer einen interessanten und total bunten Mix von Leuten vor unserer Bühne stehen. Kids, ältere und langhaarige Pferdeschwanzträger, Typen in Jeans und Leder, Stuck-Mojo-Fans oder Leute, die mich von meiner Karriere als Wrestler kennen. Eins haben sie jedoch alle gemeinsam: sie haben total Spaß. Sie tanzen und grooven, ob sie sich das nun vorher vorgenommen hatten oder nicht. Für mich ist es genau das, was Fozzy ausmacht. Und genau diese Atmosphäre haben wir mit der neuen Platte eingefangen“, gibt Sänger und Profi-Wrestler Chris Jericho zu Protokoll und trifft damit den Nagel auf den Kopf. „Do You Wanna Start A War“ ist demzufolge nichts anderes als der bisherige Höhepunkt der Truppe aus Georgia.

Anspieltipps:

  • Scarecrow
  • Bad Tattoo
  • Unstoppable
  • Brides Of Fire

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