Kim Cesarion - Undressed - Cover
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Kim Cesarion Undressed


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein aalglattes Hochglanzprodukt eines schwedischen Newcomers, der einen gewissen Prince deutlich hörbar verehrt.

Seine Eltern waren beide Künstler. Der Vater stammt aus Guadeloupe, die Mutter aus Griechenland. Beide trafen sich in Paris und ließen sich in Schweden nieder. Hier wurde Kim Hugo Leonel Niko Cesarion in Stockholm geboren. Er bekam die Künstler-Gene von seinen Eltern vererbt und studierte in Schweden und Russland Musik. Er gilt als versierter Multiinstrumentalist und als heißer Newcomer-Tipp der modernen R&B-Szene. Sein Debütalbum „Undressed“ erscheint weltweit beim Major Sony Music und wird als „High Quality R&B-Pop“ vermarktet. Wir werden sehen, ob der Hype gelingt.

Kim Cesarion hat erkannt, dass R&B-Musik heutzutage ohne eine große Portion Pop nicht mehr funktioniert. Zumindest kommerziell ist dies so. Während er sich also an großen Vorbildern wie Prince, Stevie Wonder und D’Angelo orientert, weiß er genauso gut, dass ohne eingängige Hooks und Melodien im Stile eines Pharrell Williams kein Blumentopf mehr zu holen ist. Daraus leitete sich für Kim Cesarion ein 13 Songs umfassendes Leichtgewicht zwischen Pop und R&B ab, das auch aus amerikanischer Schmieder stammen könnte – was nicht automatisch als Kompliment und Freibrief zu werten ist.

Mit unbeschwerten Partysongs („Girls“), schlüpfrigen Kopulationsthemen („X“, „Come down to me“) und schwülstigen Balladen („Angel wings“), ist Kim Cesarion (23) in seinem Genre musikalisch relativ traditionell unterwegs, wobei er auf lyrischer Seite gar nicht erst um Tiefgründigkeit bemüht ist. Hierzu fallen leider die klassischen Vergleiche mit Usher und R. Kelly ein, die stilistisch in einer Zeitschleife gefangen zu sein scheinen. Von diesem vermeintlichen Makel kann sich „Undressed“ nur selten lösen. Cesarion und Co-Songwriter Gary Clark sind zwar um Abwechslung bemüht, klingen dabei aber meist wie Schüler, die zu großen Vorbildern wie George Clinton und Prince aufschauen und sie versuchen zu kopieren („Brains out“).

Mit dem für das Genre unvermeidlichen Falsettgesang („Bad thing“, „One true lover“) und elektronisch-überdrehten Partysongs („I love this life“, „Amen“, „Trade ya“) kann ebenfalls kaum Boden gutgemacht werden, womit „Undressed“ nicht über den Status eines aalglatten Hochglanzprodukts hinwegkommt, von denen es Woche für Woche viel zu viele auf den Markt spült.

Anspieltipps:

  • X
  • Girls
  • Brains out
  • When u’re high
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